2026 lief ein Film in den Kinos, an den große Erwartungen gestellt wurden, die er am Ende nicht erfüllen konnte: „28 Years Later: The Bone Temple“. Der Film bietet die gewohnte Mischung aus Zombie-Horror und Survival-Action und wartet einmal mehr mit einem starken Cast auf, zu dem unter anderem Ralph Fiennes, Emma Laird und Jack O'Connell gehören.
Trotz der großen Namen und extrem guter Kritiken war der Film an den Kinokassen Anfang des Jahres ein Flop. Bei einem Budget von 63 Millionen US-Dollar konnten nur knapp 57 Millionen US-Dollar eingespielt werden. So ist wohl auch der baldige Start bei Netflix zu erklären. Allerdings zeigt sich nun dort, was sich die Macher eigentlich vom Kino erhofft haben dürften: Der Film ist nämlich ziemlich populär.
Trotz starker Konkurrenz liegt er aktuell in den weltweiten Netflix-Charts auf Platz 6, in Deutschland rangiert er sogar auf Platz 3. Und auch auf anderen Plattformen, auf denen der Film gekauft oder geliehen werden kann, ist er in den Charts vertreten. Starke 92 (beim Publikum immer noch 88) Prozent auf Rotten Tomatoes und 7,3 Sterne bei IMDb (Stand: 29. April) sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Darum geht es in „28 Years Later: The Bone Temple“ bei Netflix
Der Film ist Teil der außergewöhnlichen „28“-Reihe, die im Jahr 2002 mit dem Titel „28 Days Later“ gestartet ist. Das „Later“ (auf Deutsch „später“) bezieht sich dabei stets auf den Ausbruch des sogenannten Rage-Virus, das den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation zur Folge hatte. Mit „28 Weeks Later“ und „28 Years Later“ gibt es weitere Ableger der Reihe, wobei „The Bone Temple“ erstmals direkt an seinen Vorgänger anschließt; die beiden Filme wurden back-to-back gedreht.
Nachdem die ersten beiden Teile noch vor allem die unmittelbaren Auswirkungen des Virus-Ausbruchs zeigten, sind die „28 Years Later“-Filme in der Postapokalypse angekommen. „The Bone Temple“ knüpft dabei nahtlos an die Geschichte des jungen Spike (Alfie Williams) an, der sich auf der Flucht vor Infizierten notgedrungen der mörderischen Bande von Sir Jimmy Crystal (Jack O'Connell) anschließt.
Parallel dazu entwickelt sich ein spannender Handlungsstrang um Dr. Ian Kelson (Ralph Fiennes). Dieser versucht, zu dem Infizierten Samson (Chi Lewis-Parry) durchzudringen und an seine Menschlichkeit zu appellieren, wobei er sich permanenter Gefahr aussetzt. Im Gegensatz zu den anderen Filmen hat bei dem auf Netflix zu sehenden „28 Years Later: The Bone Temple“ nicht Mastermind Danny Boyle Regie geführt; er war noch mit dem Vorgänger beschäftigt. Stattdessen wurde der Horror-Film von Nia DaCosta inszeniert.
Von Presse und Publikum gefeiert
Die Kritiken sind voll des Lobes für den Film und bezeichnen ihn unter anderem als „einfach großartig“, „absolut herzzerreißend“ und „verstörend gut“. „Ich liebe es, wie sich jeder '28 Years'-Film auf andere Aspekte und Themen konzentriert“, kommentiert jemand. „In diesem Fall geht es um Sekten, Religion und philosophische Elemente, ergänzt durch bösartigere, seltsamere und gewagtere Ideen, die für Abwechslung sorgen“, heißt es weiter.
„Ich habe die Filme schon geliebt, aber dieser Teil hat mich direkt ins Herz getroffen“, fasst eine weitere Person zusammen. Neben den Themen, der Inszenierung und dem Cast wird dabei oft die Balance zwischen Brutalität und nachdenklichen Momenten gelobt. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, die diese Brutalität eher als Selbstzweck empfunden haben und beschreiben, dass sie den Film „kaum ertragen“ konnten.
Eigentlich soll es noch einen dritten „28 Years Later“-Teil geben, der sich dann auf die bekannte und beliebte Figur von Cillian Murphy konzentrieren soll, die bereits seit dem ersten Teil bekannt ist. Im Dezember 2025 erhielt die Umsetzung dann grünes Licht, das allerdings durch den Flop von „28 Years Later: The Bone Temple“ wieder infrage gestellt wurde. Ein Streaming-Erfolg würde dem Franchise in jedem Fall sehr gut tun und könnte den Verantwortlichen die Entscheidung vereinfachen.

