Auf Netflix steht in aktuell mehr als 70 Ländern ein Film auf Platz 1 der Charts, der eine wahre Geschichte erzählt. Denn in „Die Festnahme“ (im Original „La captura“) wird die Geschichte von Joaquin Guzmán erzählt, dem ehemaligen obersten Chef des Sinaloa-Kartells in Mexiko, der vor allem als „El Chapo“ bekannt ist. Es gibt also eine echte Geschichte, an der sich Netflix orientieren konnte und das für seinen Film auch getan hat – allerdings hat sich der Streaming-Riese auch einige Freiheiten herausgenommen.
Darum geht es im Film „Die Festnahme“ bei Netflix
Der seit dem 21. August auf der Streaming-Plattform zur Verfügung stehende Film erzählt, anders als Serien wie „Narcos“ mit Pedro Pascal oder „Griselda“ mit Sofía Vergara, nicht von Kartell-Geschäften und -Entwicklungen. Stattdessen ist der Titel Programm: Es geht um die Festnahme von „El Chapo“, was übersetzt „der Kleine“ bedeutet.
Der international gesuchte Kartellboss Joaquin Guzmán flüchtet von seinem Anwesen vor der mexikanischen Marine. Dafür nutzte er unter anderem die Kanalisation und will anschließend mit einem Auto entkommen. Durch puren Zufall gerät er dabei in eine Routinekontrolle durch zwei ganz normale Verkehrspolizisten (Alfonso Herrera und Noe Hernandez), die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht.
Als sie feststellen, wen sie vor sich haben, müssen sie sich entscheiden. Wollen sie ihren Job machen und dadurch ihr Leben riskieren, da sie damit rechnen müssen, dass das Kartell versuchen wird, seinen Boss zu retten, bevor Verstärkung durch andere Einsatzkräfte eintrifft? Oder gehen sie auf ein Angebot des Gangsterbosses ein?

Die wahre Geschichte von Joaquin „El Chapo“ Guzmán
Die Festnahme von „El Chapo“ ereignete sich am 8. Januar 2016 und löste ein gewaltiges Medienecho aus. Nach monatelanger Fahndung, nachdem er zuvor aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommen war, gelang die Verhaftung damals tatsächlich durch zwei Streifenpolizisten, genauso, wie es in „Die Festnahme“ dargestellt wird. Vor allem was den Vorgang der Verhaftung angeht, stimmen viele Details im Netflix-Film sehr genau.
Dazu gehört beispielsweise der Aufenthalt in einem Motel und die gebotene Bestechungssumme von „El Chapo“. Auch der Ablauf der Kontrolle ist gut belegt und wird von Netflix ziemlich exakt wiedergegeben. So weiß man, dass zunächst der Gefolgsmann „El Cholo“ bewaffnet den Wagen verließ, bevor dann auch Guzmán aus dem Auto ausstieg.
Wo Netflix jedoch – vermutlich – von der Realität abweicht, ist bei der Darstellung der beiden Polizisten, die die zentralen Figuren in „Die Festnahme“ sind. Das hat einen wichtigen Grund, denn zum Schutz der Beamten und auch ihrer Familien wurden Informationen über die beiden unter Verschluss gehalten. Was wohl stimmt, ist die Tatsache, dass einer der beiden, wie auch im Film, kurz vor seiner Pensionierung stand und es einer der letzten Einsätze seiner Laufbahn war.
Entsprechend ist aber über die Identität der beiden Polizisten und ihre Hintergrundgeschichten nichts bekannt. Netflix nutzt das dramaturgisch und gibt starke Motive wie die Schwangerschaft der Ehefrau vor. Man kann also zusammenfassen, dass sich Netflix bei seinem Film an belegte Tatsachen gehalten und dann die Leerstellen kreativ ausgefüllt hat.
Alle Infos zu „Die Festnahme“ im Überblick
- Name: „Die Festnahme“ (im Original „La captura“, auf Englisch „Facing El Chapo“)
- Genre: Drama, Krimi, Thriller
- Länge: 92 Minuten
- Streaming-Plattform: Netflix
- Verantwortliche: Chava Cartas (Regie), Bernardo Esquinca (Drehbuch), Héctor de Mauleón (Drehbuch)
- Besetzung: Alfonso Herrera, Noe Hernandez, Hector Kotsifakis
- Bewertung: 6,7 von 10 Sternen bei IMDb
Hinweis: Die Daten sind auf dem Stand vom 25. August 2026.

