Die Streaming-Charts werden aktuell von der Serie „Off Campus“ bei Prime Video dominiert. Netflix wiederum kann gerade einen Überraschungserfolg mit einem Remake verzeichnen: „Ladies First“. Mit Blick auf den Streamer belegt die Komödie in 54 Ländern Platz 1 und steht damit auch an der Spitze der weltweiten Charts.
Auch in Deutschland liegt „Ladies First“ mit Platz 2 auf dem Streaming-Treppchen – und das, obwohl die Kritiken eher verhalten ausfallen. Nur 29 Prozent der professionellen Bewertungen des Netflix-Films bei Rotten Tomatoes fallen positiv aus. Immerhin: Das Publikum bewertete den Film mit 65 Prozent deutlich besser. Bei IMDb kommt die Komödie auf mittelmäßige 5,8 Sterne. Das tut dem Erfolg jedoch keinen Abbruch.
Darum geht es in „Ladies First“ bei Netflix
Damien Sachs (Sacha Baron Cohen) ist erfolgreicher Manager einer Werbeagentur, dem der Posten des CEOs winkt. Als ein Großkunde jedoch die Zusammenarbeit beenden möchte, weil die weibliche Zielgruppe zu wenig angesprochen wird, bringt das den Macho in Schwierigkeiten. Aus Berechnung befördert er deshalb die kompetente und langjährige Mitarbeiterin Alex (Rosamund Pike).
Seine Motive und seine herablassende Art führen jedoch zum Streit und schließlich zu einem Unfall. Als Damien wieder aufwacht, ist dann plötzlich nichts mehr so, wie es vorher war. Denn in einer neuen Realität sind die Geschlechterrollen vertauscht. Plötzlich haben überall Frauen das Sagen – und Alex ist Damiens neue Chefin.

Netflix verfilmt eigene Komödie neu
Was viele vermutlich nicht wissen: „Ladies First“ ist das US-amerikanische Remake eines französischen Films aus dem Jahr 2018: „Je Ne Suis Pas Un Homme Facile“. Der englische Titel lautet „I Am Not an Easy Man“, auf Deutsch „Kein Mann für leichte Stunden“. Dabei handelt es sich im Übrigen um den allerersten französischen Film, den Netflix produziert hat.
Dass erfolgreiche „fremdsprachige“ Filme für den englischsprachigen Markt neu aufgelegt werden, ist keine Seltenheit. Bekannte Beispiele sind etwa „Departed – Unter Feinden“ (nach dem Original „Infernal Affairs“ aus Hongkong), „Speak No Evil“ (nach dem gleichnamigen dänischen Film), „The Upside“ (Remake von „Intouchables“/„Ziemlich beste Freunde“) oder auch „Head Full of Honey“ (nach dem deutschen Film „Honig im Kopf“).
Für viele reicht die Neuverfilmung von Netflix jedoch nicht an das Original heran. So wird mehrfach bemängelt, dass der „französische Charme und Humor“ fehle. Viele feiern das Remake allerdings auch.
Zuschauer feiern „Ladies First“ als „brillante Satire“
„Ich habe wenig erwartet und wurde dann total überrascht“, kommentiert etwa ein Zuschauer. „Wenn man es erst einmal durch die erste halbe Stunde geschafft hat, wird es wirklich lustig“, schreibt eine weitere Person. Vielen gefällt dabei der humorvoll aufbereitete Twist, um auf den anhaltenden Sexismus in der Gesellschaft hinzuweisen.
„Brillante Satire, die die richtigen Leute triggert“, bemerkt etwa jemand amüsiert in einem Kommentar. „Ich bin Ärztin und werde bei der Arbeit regelmäßig als 'die Krankenschwester' angesprochen. Für mich wird der Witz also erst dann nicht mehr lustig sein, wenn wir das nicht mehr tagtäglich erleben“, berichtet eine Zuschauerin.

