„Schonungslos und brutal“: 30 Jahre altes Drama mit Brad Pitt plötzlich in den Netflix-Charts

Obwohl es einer der am besten bewerteten Filme von Brad Pitt ist, kennen ihn viele nicht. Jetzt feiert er allerdings auf Netflix 30 Jahre nach seinem Start ein Comeback.
„Schonungslos und brutal“: 30 Jahre altes Drama mit Brad Pitt plötzlich in den Netflix-Charts
picture alliance

Hollywood-Star Brad Pitt ist für eine Menge bekannter Filme berühmt. Die meisten denken vermutlich zunächst an Klassiker wie „Fight Club“ (1999), „Ocean's Eleven“ (2001) oder „Inglourious Basterds“ (2009). Einer seiner besten Filme ist allerdings fast in Vergessenheit geraten: „Sleepers“ (1996). Das düstere Drama erschien ebenfalls in den 90ern und verschwindet damit oft ein wenig hinter bekannten Titeln wie „Interview mit einem Vampir“ (1994) oder „Sieben“ (1995).

Jetzt feiert der Film allerdings ein überraschendes Comeback, und zwar bei Streaming-Riese Netflix. Dort ist „Sleepers“ seit dem 5. Mai als Lizenztitel zu sehen und hat es direkt in die deutschen Streaming-Charts auf Platz 8 beziehungsweise teilweise sogar auf Platz 7 gebracht. Neben Brad Pitt sind noch zahlreiche weitere Stars wie Minnie Driver, Kevin Bacon, Dustin Hoffman und Robert De Niro in dem Film zu sehen, den trotzdem viele immer noch nicht kennen.

Darum geht es in dem Drama „Sleepers“

Die Themen, die der Film behandelt, sind düster und ernst. In zwei Teilen erzählt „Sleepers“, der auf dem gleichnamigen Roman von Lorenzo Carcaterra basiert, vom Schicksal von vier Jugendlichen, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen und in den 1960er-Jahren in einer Jugendstrafanstalt landen. Dort werden sie von vier sadistischen Aufsehern gequält und misshandelt.

Anzeige

Jahre später haben sich die vier Freunde – nun gespielt von Pitt, Danny Snyder, Ron Eldard und Billy Crudup – auseinandergelebt und sehr unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen. Als sie allerdings unverhofft die Gelegenheit zur Rache an ihren ehemaligen Peinigern bekommen, ändert sich vieles.

Szene mit vier Jugendlichen und Kevin Bacon im Film „Sleepers“ (1996)
picture alliance

Wahre Geschichte oder alles erfunden?

„Sleepers“ behandelt das Geschehen auf zwei Zeitebenen: Einmal in den 60ern, dann später im Herbst 1981. Bis heute gibt es anhaltende Diskussionen, ob die Handlung auf wahren Begebenheiten beruht. Zwar beharrt der Romanautor Lorenzo Carcaterra darauf. Die New Yorker Behörden bezweifeln den Wahrheitsgehalt allerdings.

Anzeige

Unabhängig davon handelt es sich um einen eindrücklichen Film, wie auch zahlreiche Rezensionen beweisen. Bei IMDb hält der Film eine starke Wertung von 7,5 Sternen bei mehr als 250.000 Bewertungen. Auf Rotten Tomatoes verzeichnet der Titel 85 Prozent positiver Zuschauerwertungen.

Auch interessant: In 64 Ländern auf Platz 1: Die wahre Geschichte hinter erfolgreichem Netflix-Thriller

Schaut man sich die Kommentare genauer an, dann sprechen einige sogar rückblickend von einem der besten Filme der 90er-Jahre. Der Film treffe „das Aufwachsen in einer armen, von Kriminalität heimgesuchten, kirchenverwurzelten Nachbarschaft so perfekt“, kommentiert etwa jemand auf Reddit. „Ein absoluter Klassiker“, kann man ebenfalls mehrfach lesen. Dennoch sprechen zahlreiche Kommentare, vor allem aus der jüngeren Vergangenheit, dafür, dass viele „Sleepers“ immer noch nicht kennen und ihn jetzt bei Netflix das erste Mal gesehen haben.

„Sleepers“ gilt als einer der besten Filme der 1990er-Jahre

Wohl auch dank der Streaming-Präsenz trendet der Film plötzlich wieder etwa in den Charts von IMDb. Viele Rezensionen sind deshalb auch erst ganz frisch, wobei viele die düstere und packende Stimmung loben, genauso wie den Cast. „Es ist kein leichter Film zum Anschauen, aber er fesselt von Anfang bis Ende und ist mit großer Tiefe inszeniert“, heißt es unter anderem.

Kritik gibt es an der stellenweise als „stark inszeniert“ empfundenen Handlung, die sich teilweise „überhastet“ anfühle. Viele mögen dabei vor allem die Szenen vor Gericht nicht. Allerdings ist der überwiegende Teil der Kritiken ausgesprochen positiv und spricht von einer „Meisterleistung des Storytelling“, die „absolut unter die Haut“ gehe.