Joyn: Streaming-Dienst erhöht Preise und zeigt mehr Werbung

Schlechte Nachrichten für Joyn-Kunden: Der Streaming-Dienst hebt seine Preise an. Auch bei Funktionen und Werbeunterbrechungen gibt es Neuerungen.
Joyn: Streaming-Dienst erhöht Preise und zeigt mehr Werbung
picture alliance

Neben den großen US-amerikanischen Anbietern Netflix, Disney+, Prime Video, HBO Max, Paramount+ und Apple TV+ gibt es inzwischen auch erfolgreiche deutsche Anbieter. In erster Linie sind das RTL+ und Joyn. Ersterer gehört zu RTL Deutschland, letzterer wird wiederum von Konkurrent ProSiebenSat.1 betrieben. In beiden Fällen handelt es sich also um crossmediale Entertainment-Plattformen, die an das TV-Geschäft der Fernsehsender angeschlossen sind.

Sowohl RTL+ als auch Joyn sind damit offensichtlich erfolgreich. Ende 2025 verkündeten beide Anbieter neue Rekordwerte bei den Nutzerzahlen, wobei jeweils die 11-Millionen-Marke geknackt wurde. Und sie haben nun eine weitere Gemeinsamkeit. Denn nachdem RTL+ bereits im Januar die Preise erhöht hat, ist es bei Joyn nun ebenfalls so weit. Allerdings gehen mit der Preiserhöhung noch einige andere wichtige Änderungen einher.

Neuer Name und neuer Preis für Joyn-Abo

Bei Joyn muss man grundsätzlich zwischen der kostenlosen, werbefinanzierten Variante und dem werbefreien Abo Joyn Plus+ entscheiden, das bisher bei 6,99 Euro im Monat lag. Dieser Preis soll sich künftig ändern und auf 8,99 Euro steigen – das entspricht einer Erhöhung um 29 Prozent. Beim Jahresabo bleibt hingegen alles beim Alten. Hier die neue Preisstruktur im Überblick:

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  • Monatsabo: 8,99 Euro pro Monat (7-Tage-Testversion), einen Monat Laufzeit
  • Jahresabo: 6,99 Euro pro Monat (7-Tage-Testversion), 12 Monate Laufzeit

Die neuen Preise gelten zunächst nur für Neukundinnen und -kunden. Zudem entfällt das „Plus“ im Namen, da es sich aufgrund des anschließenden Zeichens ohnehin um eine Dopplung handelt. In Zukunft heißt das Abo also einfach nur noch Joyn+, wie das bei den meisten anderen Anbietern auch der Fall ist. Und es gibt noch zwei entscheidende Änderungen.

Streaming-Anbieter Joyn auf Smartphone und Desktop
Shutterstock / Bendix M

Stark eingeschränkte Download-Funktion

So bekommt das Abo erstmals eine Download-Funktion. Nutzerinnen und Nutzer können dann Inhalte auf ihre Endgeräte herunterladen und diese auch im Offline-Modus anschauen, ohne Datenvolumen zu verbrauchen. Das Feature ist auf anderen Plattformen bereits Standard.

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Allerdings ist die Anzahl der Downloads auf zehn limitiert und die Inhalte stehen auch nur maximal 30 Tage zur Verfügung. Einmal angefangene Filme oder Serien stehen zudem lediglich noch für 48 Stunden zum Anschauen bereit.

Dafür bekommen Nutzerinnen und Nutzer mit Abo künftig die Möglichkeit, auf komplette Kollektionen zuzugreifen. Das bedeutet, dass von einer Kollektion alle Staffeln und Folgen im Abo enthalten sind. Zu den entsprechenden Formaten gehören wohl vor allem die großen Formate des Anbieters wie „Promi Big Brother“, „Das Duell um die Welt“, „The Voice“ oder „Masked Singer“.

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Auch mit Joyn-Abo sehen Nutzer künftig mehr Werbung

Eine weitere Änderung versteckt sich offenbar in den Formulierungen, wie einige Medien berichten. Bisher habe der Anbieter sein Plus-Abo auch damit beworben, Inhalte ohne Werbung zu zeigen. Jetzt steht auf der Angebotsseite allerdings nur noch „kaum Werbeunterbrechungen“. Zwar galt die komplette Werbefreiheit auch bisher nur für ausgewählte Inhalte, die als „Premium“ markiert werden. Allerdings werden diese nun offenbar ebenfalls eingeschränkt.

Joyn selbst erklärt dazu: „Aufgrund unserer Lizenzen sind wir verpflichtet, bei Abruf von Inhalten aus dem Joyn-Free-Angebot Werbung zu zeigen, allerdings deutlich weniger.“ Etwa im Forum des Anbieters beschwert sich aber ein Nutzer, dass nach der Preiserhöhung plötzlich Werbung bei der beliebten Serie „NCIS“ gezeigt wurde, was bisher nicht der Fall war. Diesbezüglich scheinen sich die Richtlinien also noch einmal geändert zu haben.