Trotz aller Kritik, die sich vor allem auf die „Marvel-Müdigkeit“ bezieht, muss man anerkennen, dass das MCU mehr als eine Dekade lang das Kino geprägt hat. Einen – vorläufigen – krönenden Abschluss bildete der 2019 erschienene Film „Avengers: Endgame“. Damit wurde nämlich nicht nur Phase 3 des MCU abgeschlossen, bevor Phase 4 dann vor allem in der Serien-Welt stattfand.
Dabei haben auch mehrere beliebte Charaktere das Zeitliche gesegnet, um die Geschehnisse in „Avengers: Infinity War“ ungeschehen zu machen. Zum einen ist hier die von Scarlett Johansson gespielte Black Widow beziehungsweise Natasha Romanoff zu nennen. Zum anderen natürlich Tony Stark aka Iron Man, gespielt von Robert Downey Jr.
Iron Mans Tod ist ein emotionaler Höhepunkt der „Avengers“-Filme
Vor allem der Tod von Iron Man bekommt im Film eine große Bühne; seine Beerdigung markiert den emotionalen Abschluss des Films. Dabei kommen die Überlebenden zusammen und trauern gemeinsam. Mit ihnen haben damals auch Fans überall auf der Welt getrauert. Grundsätzlich waren sich dennoch die meisten einig, dass es sich bei dem Tod der Figur um einen mutigen und sinnvollen Schritt handelte.
Eine wichtige Person im MCU sah das allerdings offenbar ein wenig anders. Dabei handelt es sich um keinen Geringeren als Jon Favreau. Der US-amerikanische Regisseur inszenierte die ersten beiden „Iron Man“-Filme mit Robert Downey Jr.; er war aber auch für Filme wie „Cowboys & Aliens“ oder den aktuell im Kino laufenden „The Mandalorian and Grogu“ verantwortlich.
Darüber hinaus tritt er als Tony Starks Leibwächter und Chauffeur Happy Hogan selbst in den „Avengers“-Filmen vor der Kamera auf. Bei Jimmy Kimmel hat Favreau inzwischen verraten, dass er überhaupt nicht einverstanden mit Iron Mans Tod war.

Jon Favreau setzte sich stark dafür ein, dass Tony Stark am Leben bleibt
So schildert der Schauspieler und Regisseur, dass er die bei „Avengers: Endgame“ Regie führenden Russo-Brüder direkt angerufen hat, als er von der Entscheidung hörte. „Ich war mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist“, schildert er rückblickend.
Ihm sei es dabei auch um die Herzen des Publikums gegangen. Gerade Iron Man hatte viele Fans, die Figur des Tony Stark galt als eine der interessantesten und entwicklungsreichsten im gesamten MCU. Dazu kam, dass sich Favreau damals sehr für die Besetzung von Robert Downey Jr. eingesetzt hatte, der damals nicht unbedingt als Favorit für die Rolle galt.
Für Downey Jr. war die Rolle damals ein entscheidender Wendepunkt in seiner stagnierenden Karriere und auch für Marvel erwies sich die Besetzung als goldrichtig. Allerdings geben die reinen Zahlen auch der Entscheidung der Russo-Brüder Recht. Mit einem Einspielergebnis von 2,8 Milliarden Dollar handelt es sich um den erfolgreichsten Superheldenfilm aller Zeiten. Das räumt auch Jon Favreau inzwischen ein: „Sie haben das großartig gemacht. Ich habe mich geirrt.“
Darum musste Iron Man in „Avengers: Endgame“ sterben
Die Gründe für den Tod von Iron Ma in „Avengers: Endgame“ hinter den Kulissen sind im Übrigen vielfältig. Ein Punkt war, dass die Verträge mit den Schauspielerinnen und Schauspielern der ersten MCU-Generation ausliefen, weswegen viele Dinge neu verhandelt wurden. Dazu kam, dass Robert Downey Jr. selbst sich gerne anderen Projekten widmen wollte – mit Erfolg, wie unter anderem sein Oscar-Gewinn für „Oppenheimer“ zeigt.
Am schwersten dürfte aber der kreative Grund gewogen haben. Iron Mans Tod ist das ultimative finale Opfer, um alle anderen zu retten. Das war von den Autoren und Regisseuren auch von langer Hand geplant und stellt zudem die logische Vollendung der Charakterentwicklung von Iron Man dar.

