Netflix ist für seine zahlreichen Eigenproduktionen bekannt, wobei die Qualität dieser Inhalte mit Blick auf die Bewertungen teilweise deutlich auseinandergeht. Eine Serie, die dabei klar positiv heraussticht, ist „Hundert Jahre Einsamkeit“, die auf einem Roman basiert, der als einer der besten und einflussreichsten aller Zeiten gilt.
2024 brachte Netflix die erste Staffel der Serie heraus, die herausragende Kritiken erhielt. Seit dem 5. August 2026 läuft die zweite Staffel bei dem Streaming-Dienst, der sich die finale Folge und damit das Finale der Serie allerdings aufgespart hat. Die letzte Folge von „Hundert Jahre Einsamkeit“ erscheint nun verzögert am heutigen 26. August und kommt auf eine stolze Laufzeit von circa zwei Stunden. Was kommt auf Zuschauerinnen und Zuschauer zu?
Darum geht es in der Serie „Hundert Jahre Einsamkeit“ bei Netflix
Die außergewöhnliche Serie basiert auf dem ebenfalls mindestens außergewöhnlichen gleichnamigen Roman des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez aus dem Jahr 1967. Die Geschichte dreht sich um die Familie Buendía und handelt dabei tatsächlich 100 Jahre und sechs Generationen ab.
Die Buendías leben in dem fiktiven Dorf Macondo, das von Stammvater José Arcadio Buendía und seiner Frau Úrsula auf der Flucht vor einem Geist mitten im Dschungel gegründet wurde. Im Laufe des Jahrhunderts haben das Dorf und seine Bewohnerinnen und Bewohner mit verschiedenen Situationen zu kämpfen. So spielen unter anderem der Bürgerkrieg zwischen Konservativen und Liberalen, soziale Unruhen sowie der Aufbau und anschließende Verfall des Dorfes eine wichtige Rolle. Umspannt wird das Ganze von einer mysteriösen Prophezeiung rund um die Familie Buendía.
Die Handlung des Romans und somit auch der Netflix-Serie gilt als Allegorie auf die Geschichte Lateinamerikas, wobei gut fünf Jahrhunderte dabei in eines gepresst und vieles auf ein einzelnes Dorf heruntergebrochen wird. Abgesehen von der Netflix-Adaption von „Hundert Jahre Einsamkeit“ gibt es trotz der großen Bekanntheit des Romans keine direkte andere Verfilmung.
Viel Lob für die detailgetreue Umsetzung
Als bekannt wurde, dass Netflix die außergewöhnliche Romanvorlage verfilmt, gab es vor allem aus Kolumbien einige Kritik. Dass sich der Streaming-Dienst in vielen Punkten beinahe akribisch an die Vorlage gehalten hat, konnte dann allerdings doch viele überzeugen. Dabei war das ein echtes Mammutprojekt, allein schon weil – ähnlich wie beispielsweise „The Crown“ – die Alterung zahlreicher Figuren glaubhaft dargestellt werden muss. Allein für die Rolle des Aureliano Buendía wurden drei Schauspieler gecastet.
Der Respekt vor dem Ursprungsmaterial wird in den Kritiken zu „Hundert Jahre Einsamkeit“ immer wieder und in mehrfacher Hinsicht lobend erwähnt. Eine große Angst vor dem Start der Serie war außerdem, dass der magische Realismus, der das Buch so besonders macht, auf der Strecke bleiben könnte. Aber auch diesbezüglich kann man viel Positives lesen, genauso wie zum Sounddesign und dem Soundtrack. Ein Zuschauer schreibt: „Ich hätte Netflix niemals zugetraut, dass es so ein magisches und einfühlsames Gesamtkunstwerk schaffen kann.“ Lob gibt es auch für den international größtenteils recht unbekannten lateinamerikanischen Cast.
Einige finden die Erzählweise allerdings verwirrend. Das ist zwar teilweise auf die Vorlage zurückzuführen, allerdings merken Zuschauerinnen und Zuschauer, die den Roman gelesen haben, mehrfach an, dass die Übertragung besonderer Stilmittel auf die Serienadaption nicht immer zu 100 Prozent gelungen sei. Zudem bemängeln einige, dass sich die Handlung gerade im Bürgerkriegsteil etwas zieht. Im Gesamtbild kommt „Hundert Jahre Einsamkeit“ bei Fachpresse und Publikum aber gleichermaßen gut an.
Alle Informationen zur Netflix-Serie „Hundert Jahre Einsamkeit“
- Name: „Hundert Jahre Einsamkeit“ (im Original „Cien años de soledad“, im Englischen „One Hundred Years of Solitude“)
- Genre: Drama, magischer Realismus
- Umfang: 16 Folgen in 2 Staffeln
- Streaming-Plattform: Netflix
- Verantwortliche: Josep Amorós (Produktion), Alex García López (Regie), Gabriel García Márquez (Idee)
- Besetzung: Claudio Cataño, Susana Morales Cañas, Diego Vásquez
- Bewertung: 8,3 von 10 Sternen bei IMDb, 87 und 90 von 100 Prozent bei Rotten Tomatoes
Hinweis: Die Daten sind auf dem Stand vom 26. August 2026.

