Aktuell ist eine Serie in aller Munde, mit der noch vor einigen Wochen die wenigsten gerechnet hatten: „Heated Rivalry“. Dabei handelt es sich um eine Produktion aus Kanada von dem dortigen Streaming-Dienst Crave, für den sich das Format innerhalb kürzester Zeit zum erfolgreichsten aller Zeiten entwickelt hat. Dass die Serie auch über Kanada hinaus einen riesigen Hype ausgelöst hat, kommt wohl noch viel überraschender.
Inzwischen hat sich HBO die Rechte gesichert und zeigt „Heated Rivalry“ ab dem 6. Februar auf seinem Streaming-Dienst HBO Max auch in Deutschland. Zuvor stand sie nur in ausgewählten Märkten zur Verfügung. In den meisten Ländern konnte man die Serie also bisher nicht sehen; nun ist die Vorfreude riesig. Und das ausgerechnet bei einer Produktion, die „nur“ 5 Millionen US-Dollar Budget pro Folge hatte und mit einem sehr kleinen Team realisiert wurde.
Die Kritiken waren direkt zur Premiere im November auf einem Filmfestival in Montreal überragend. Das erklärt den enormen Hype um „Heated Rivalry“ allerdings nur bedingt. Wie ist die Begeisterung vorab also zu erklären?

Kanadische Serie ist schon vor dem internationalen Start enorm erfolgreich
Eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung spielt Social Media. Wer heutzutage durch seinen Feed scrollt, kommt um einen Clip der beiden Hauptdarsteller von „Heated Rivalry“ kaum herum. Ähnliche Vorgänge konnte man unter anderem bereits bei „Wednesday“, „M3GAN“ oder auch „KPop Demon Hunters“ beobachten. Dass auch die kanadische Serie bei Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzern so viel Aufmerksamkeit bekommt, dürfte unter anderem an den Themen liegen, die sie behandelt.
„Heated Rivalry“ dreht sich um die beiden Eishockeyspieler Shane Hollander und Ilya Rozanov, gespielt von den beiden nahezu unbekannten Darstellern Hudson Williams und Connor Storrie. Die beiden Profis spielen für die fiktiven Montreal Metros und Boston Raiders, die sich allerdings an der wahren Rivalität zwischen den Montreal Canadiens und den Boston Bruins orientiert. Trotz dieser sportlichen Konkurrenz und dem Druck, dass es kaum geoutete Sportler gibt, entsteht zwischen den beiden eine zunächst unverbindliche, dann jedoch zunehmend intensivere sexuelle Beziehung.

„Heated Rivalry“ ist schon vor dem internationalen Start der Serie ein globales Phänomen
Der queere Plot und eine ganze Reihe expliziter Szenen machen sicherlich ebenfalls einen Teil des Reizes von „Heated Rivalry“ aus. Dazu kommt eine gewisse Bekanntheit der inzwischen sieben Bände Romanvorlage von Rachel Reid, die das beliebte Nischengenre der „Queer Hockey Romance“ maßgeblich geprägt hat. Erste Kritiken lassen allerdings erahnen, dass die Begeisterung in Bezug auf die kanadische Serie weit über die homosexuelle Beziehung der Protagonisten hinausgeht. Bei IMDb kommt die Serie auf ausgesprochen gute 8,9 Sterne und bei Rotten Tomatoes stehen 96 beziehungsweise 88 Prozent positiver Kritiken.
Diese loben unter anderem die Performance der beiden Hauptdarsteller und die gesamte Emotionalität, der das geringe Budget nicht im Geringsten geschadet habe. „Fast alles andere, was ich seitdem gesehen habe, wirkt wie ein Flop, obwohl riesige Budgets dafür aufgewendet wurden“, kommentiert ein Zuschauer. „Die Chemie zischen den beiden [Hudson Williams und Connor Storrie] ist absolut unglaublich“, fügt jemand anderes hinzu. Dazu kommt eine stimmige Regie- und Kameraarbeit in Kombination mit anschlussfähigen Themen wie Leistungs- und Erwartungsdruck sowie Selbstzweifel.
Eine zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ist im Übrigen bereits bestätigt; Stoff genug gibt es durch die Buchvorlage, die ebenfalls noch weiter gehen soll. Sollte sich die Serie weiter an der Vorlage orientieren, dann kämpfen Shane und Ilya mit neuem Druck, vo allem von sportlicher Seite. Und auch Depressionen könnten ein Thema werden. Die neue Staffel könnte bereits im Laufe des Jahres 2027 erscheinen.
