Hogwarts ist bekanntermaßen eine magische Schule, die deshalb auch den Beinamen „für Hexerei und Zauberei“ trägt. In Fächern wie Zauberkunst, Verwandlung und Verteidigung gegen die dunklen Künste lernen die Schülerinnen und Schüler das Zaubern. Dabei mutet eine Szene aus „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ auf den ersten Blick wie echte Zauberei an. In Wirklichkeit steckt aber ein kaum wahrnehmbarer Filmfehler dahinter.
Dieser wurde von einem Fan entdeckt, der davon auf Instagram berichtet, die entsprechende Szene im Detail auseinandernimmt und dabei erklärt: „Das ist nicht Harry Potter in Harry Potter“. Bei der Szene handelt es sich um die erste Unterrichtsstunde in Verteidigung gegen die dunklen Künste, die im dritten Teil von Remus Lupin unterrichtet wird. Dieser zeigt den Teenagern, was ein Irrwicht ist und wie man sich gegen das Wesen wehren kann.

Irrwicht-Szene in „Harry Potter 3“ enthält witzigen Filmfehler
Dabei stehen die Schülerinnen und Schüler in einer losen Reihe vor dem großen Schrank, in dem der Irrwicht sitzt, um ihn nacheinander mit dem Zauberspruch „Riddikulus“ lächerlich und somit unschädlich zu machen. Auch die drei Protagonisten Harry, Ron und Hermine stehen in dieser Reihe, wobei Harry recht weit vorne steht, knapp hinter ihm ist Hermine positioniert. Ron wiederum steht recht weit hinten, weil er bereits an der Reihe war.
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Wenn man ganz genau auf Harry und Hermine achtet, dann fällt auf, dass in einer nur etwa drei bis vier Sekunden andauernden Einstellung gar nicht Daniel Radcliffe und Emma Watson zu sehen sind, die in den Filmen Harry Potter und Hermine Granger verkörpern. Stattdessen stehen dort zwei Personen, die den beiden in Statur und Aufmachung ähneln. Gleiches gilt für Ron ganz hinten, der allerdings plötzlich gewachsen zu sein scheint.
Greenscreen und Doubles: Wenn die Kamera zu viel zeigt
Dahinter steckt kein überraschender Verwandlungszauber, sondern schlicht eine Art Filmfehler. Der Begriff wird für Details in fertigen Filmen oder Serien verwendet, die die Illusion der erzählten Realität zerstören, indem ein Teil der Produktionstechnik sichtbar wird. Ein bekanntes Beispiel ist etwa der „Mustafar-Mann“ in „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“. Während einer Kampfszene ist ganz kurz ein Crew-Mitglied zu sehen, das mitten in der Lava zu stehen scheint. Grund dafür ist, dass die Szene vor Greenscreen gedreht wurde, wobei offenbar in der Postproduktion für einen kurzen Moment vergessen wurde, das Crew-Mitglied aus dem Bild zu schneiden. Das kann man teilweise auch in anderen Filmen beobachten.
Bei „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ handelt es sich hingegen um einen andere Art von Filmfehler, der allerdings auch wiederholt vorkommt. Dabei ist zu erkennen, dass statt der echten Darstellerinnen und Darsteller Doubles zum Einsatz gekommen sind. Das ist typischerweise vor allem bei Stunts der Fall, die potenziell gefährlich sein könnten oder besondere Fähigkeiten erfordern. So sieht man etwa in der Schach-Szene in „Harry Potter und der Stein der Weisen“, dass Ron-Darsteller Rupert Grint in einigen Einstellungen nicht selbst auf der lebensgroßen Schachfigur gesessen hat.
Double-Patzer in „Harry Potter“ hat wichtigen Grund
Von Action und Gefahr kann nun in besagter „Harry Potter“-Szene, die der Fan in seinem Video zeigt, nicht die Rede sein. Stattdessen ging es um eine andere Art von Arbeitsschutz. Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint waren zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 bis 15 Jahre alt. Das bedeutet, dass sie nur für eine begrenzte Anzahl an Stunden pro Tag vor der Kamera stehen durften. Für so kleine Einstellungen, in denen sie nur Teil des Hintergrunds sind, wurde deshalb mit Doubles gearbeitet.
Das wurde auch in einigen anderen Szenen so gehandhabt, dort fällt es allerdings nicht so deutlich auf. Die Täuschung ist hier also nicht optimal gelungen. Wer das Detail in der Irrwicht-Szene einmal entdeckt hat, kann es nur noch schwer übersehen.

