Fortsetzung bei Amazon: Letzte Chance für eine der teuersten Serien der Geschichte

Bei Amazon Prime Video kann man jetzt die neue Staffel einer Serie sehen, die schon jetzt ein Millionengrab für den Anbieter ist. Es könnte die letzte Chance des Franchises vor der Absetzung sein.
Fortsetzung bei Amazon: Letzte Chance für eine der teuersten Serien der Geschichte
Amazon Prime Video

Amazon hatte große Pläne für seine Streaming-Plattform mit Prime Video. Bevor sich Amazon einfach die vollständige kreative Kontrolle über das „James Bond“-Universum sicherte, wollte man eigentlich ein eigenes Franchise etablieren: „Citadel“. Dafür plante man neben der Hauptserie von vornherein mehrere Spin-offs und engagierte große Namen.

Das ließ sich Amazon auch einiges kosten. Insgesamt soll die erste Staffel ganze 300 Millionen Dollar verschlungen haben und das bei nur sechs Episoden. Das macht „Citadel“ zur zweitteuersten Serie aller Zeiten; nur „Die Ringe der Macht“ (ebenfalls eine Amazon-Serie) war noch teurer. Die Streaming-Zahlen der 2023 erschienenen Serie blieben dann allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Und auch der Hype um die nun erschienene zweite Staffel hält sich in Grenzen. Dabei könnte es die letzte Chance für das „Citadel“-Franchise sein. Zwei Spin-offs wurden bereits nach einer Staffel wieder abgesetzt.

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Darum geht es in der Serie „Citadel“ bei Prime Video

Die Handlung von „Citadel“ ist an zahlreiche bekannte Spionage-Action-Thriller angelehnt. Die beiden Spione Mason Kane (Richard Madden) und Nadia Sinh (Priyanka Chopra Jonas) arbeiten für eine geheime und global agierende, unabhängige Spionageagentur. Nach einem gefährlichen Einsatz verlieren die beiden jedoch unter mysteriösen Umständen ihr Gedächtnis und leben fortan getrennt voneinander ein normales Leben.

Eines Tages taucht jedoch ein ehemaliger Kollege, Bernard Orlick (Stanley Tucci), bei Mason auf und bittet ihn um Hilfe. Er ist einem geheimen Netzwerk auf der Spur, das eine neue Weltordnung anstrebt. Um das aufzuhalten, macht Mason seine ehemalige Partnerin und Geliebte Nadia ausfindig. In „Citadel“ Staffel 2 müssen die beiden nun ihr Team und ihre Ressourcen vergrößern, um mit der wachsenden Bedrohung fertig zu werden.

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Stanley Tucci (Bernard Orlick), Richard Madden (Mason Kane) in der Amazon-Serie „Citadel“ beim Schachspielen
Amazon Prime Video

Kreative Differenzen ließen Kosten für Serie in die Höhe schießen

Seit dem 6. Mai läuft die neue Staffel nun bei Amazon Prime Video und hinter den Kulissen dürfte der Druck enorm sein. Die beiden Spin-offs „Citadel: Diana“ und „Citadel: Honey Bunny“ wurden bereits wieder eingestampft, allerdungs wird ihre Handlung nun in der Mutterserie fortgesetzt.

Ein ursprünglich geplantes drittes Spin-off wurde nach dem ausgebliebenen Erfolg des Franchises nie realisiert und inzwischen wurde auch Jennifer Salke, die das Projekt maßgeblich gepusht hatte, an der Spitze von Amazon Studios ersetzt. Dass die Kosten für die Serie so astronomisch ausgefallen sind, hatte auch damit zu tun, dass aufgrund kreativer Differenzen zwei Showrunner die Produktion verlassen hatten. Das verzögerte den Drehplan und hatte zudem zur Folge, dass teure Nachdrehs fällig wurden.

Wird „Citadel“ für Amazon weiterhin zum Millionengrab?

Es hängt also viel an der zweiten Staffel von „Citadel“. Die ersten Kritiken lesen sich allerdings nicht unbedingt euphorisch. Zwar bescheinigen die meisten Kritikerinnen und Kritiker den neuen Folgen eine größere Selbstironie und unterhaltsame Momente. Allerdings ist auch mehrfach von „unrealistischer und überzogener Action“ die Rede.

Einige erwähnen zumindest die schauspielerische Leistung – vor allem von Chopra Jonas – lobend, genauso wie die Tatsache, dass die Handlung etwas gestrafft wurde. Allerdings bleibe der Plot in weiten Teilen vorhersehbar. Damit fehle es „Citadel“ an „Originalität, um sich von den Hunderten von Spionagethrillern abzuheben, die das Publikum jedes Jahr zu sehen bekommt“, heißt es etwa bei „Leisure Byte“.

Unabhängig von den Kritiken werden aber vor allem die Streaming-Zahlen entscheiden, ob „Citadel“ noch eine dritte Staffel bekommen wird oder nicht. Einen Tag nach Start steht die Serie in Deutschland zumindest auf Platz 2 der Charts. Damit kann sie allerdings zumindest im ersten Schritt nicht an Dauerbrenner „The Boys“ vorbeiziehen, bei dem die neuen Folgen immer am Mittwoch erscheinen. Das bevorstehende Wochenende dürfte hier deutlichere Zahlen liefern, während die folgenden Wochen über die Zukunft des Franchises bei Amazon entscheiden werden.