Am Freitag, dem 29. Mai 2026, wird das Finale der 19. Staffel von „Let's Dance“ live ausgestrahlt. Noch im Rennen sind Anna-Carina Woitschack, Joel Mattli und Milano mit ihren Profis Evgeny Vinokurov, Malika Dzumaev und Marta Arndt. Die Medien werden allerdings von einem ganz anderen Thema beherrscht. Kurz vor dem Finale hat die Bild-Zeitung (kostenpflichtiger Artikel) nämlich Details zu den Verträgen der teilnehmenden Promis veröffentlicht.
Diese enthalten unter anderem eine strenge Klausel zum im Rahmen der Show aufgezeichneten Material. Vor allem ein Punkt sorgt dabei für Diskussionen. Denn wie aus den Informationen hervorgeht, darf all dieses Material nicht nur von RTL verwendet werden, ohne dass die Stars noch einmal ihre Zustimmung erteilen müssen oder überhaupt können. Die Bilder und Videos landen auch in KI-Systemen. Nun diskutiert eine ganze Branche über mögliche Folgen.
KI-Klauseln in „Let's Dance“-Verträgen sorgen für Grundsatzdebatte
Um an der bekannten RTL-Show „Let's Dance“ teilzunehmen, haben die Promi-Kandidatinnen und -Kandidaten offenbar weitreichende Verträge unterschrieben. Mit diesen geben sie dem Sender umfassende Nutzungsrechte an jeglichem Material, das für das Format entsteht – also auch an Bildern und Videos, die am Ende gar nicht ausgestrahlt werden.
Das an sich ist nicht unüblich, allerdings gehen die Verträge noch einen Schritt weiter. Denn die aufgezeichneten Inhalte können anschließend von KI-Systemen verarbeitet werden. Dort wird das Material analysiert und kann theoretisch weiterverarbeitet werden, ohne dass die Stars noch ein Mitspracherecht haben. Und genau hier liegt das Problem.

„Let's Dance“-Stars treten weitreichende Rechte ab
Ob RTL konkrete Pläne mit den Inhalten hat, ist nicht bekannt, ebenso wenig, wie genau das Material gespeichert wird. Allerdings zeigt sich etwa auf Social Media schon längst, welche Risiken die Technologie in Bezug auf Nutzungs-, Urheber- und auch auf Persönlichkeitsrechte birgt. Denn mit ausreichend Material können die Systeme beispielsweise täuschend echte Deepfakes von Personen erstellen.
Theoretisch könnte der Sender also künftig manipuliertes beziehungsweise durch KI verändertes oder komplett frei erstelltes Material der Kandidatinnen und Kandidaten generieren und veröffentlichen. Die „Let's Dance“-Verträge gehen wohl zudem noch einen Schritt weiter, denn auch künftige Technologien sind automatisch mit eingeschlossen.
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Verträge für „Let's Dance“ könnten Branchenmaßstäbe setzen
In der aktuellen medialen Debatte geht es dabei nicht konkret um den Sender RTL und dass dieser die gesammelten Inhalte tatsächlich missbräuchlich verwenden könnte. Allerdings wird mehrfach die Frage aufgeworfen, ob den Promis überhaupt bewusst ist, wie weitreichend die Rechte sind, die sie mit den „Let's Dance“-Verträgen abgeben.
Dazu kommt, dass die Stars offenbar keinerlei zusätzliche Vergütung für das Abtreten dieser Rechte bekommen – und das, obwohl mit ihren Daten theoretisch in der Zukunft noch viel Geld verdient werden könnte. Auch ein Einsatz zum Training von KI-Modellen wäre denkbar. Außerdem steht die generelle Frage im Raum, wie weit Sendeanstalten oder auch Produktionsfirmen in Bezug auf Künstliche Intelligenz gehen dürfen und sollten.

Wie weit darf KI im Entertainment-Business gehen?
Hinzu kommt, dass KI den Berichten zufolge nicht nur bei den Kandidatinnen und Kandidaten der Show eine Rolle spielt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, kommt die Technologie nämlich auch zum Einsatz, um die Emotionen des Publikums zu analysieren. Das könnte es der Produktion künftig ermöglichen, per KI-Auswertung festzustellen, welche Inhalte besonders gut angekommen und welche nicht, um entsprechend darauf zu reagieren.
Expertinnen und Experten schätzen die Klauseln in den „Let's Dance“-Verträgen als potenziellen Umbruch in der Reality-TV-Branche ein. Abseits davon wird beispielsweise in Hollywood oder rund um Netflix bereits seit Jahren um den Einsatz von KI gestritten. Dabei stehen häufig die Kreativschaffenden auf der einen und die Produktion auf der anderen Seite.
Die Kernfrage dabei und auch mit Blick auf Unterhaltungsshows wie „Let's Dance“ lautet, wie weit die Technologie gehen darf und inwieweit sie dabei auf Material von echten Personen zurückgreifen dürfen sollte. RTL hat die veröffentlichten Informationen bislang nicht bestätigt, sondern lediglich bekannt gegeben, dass man vertragliche Situationen nicht kommentiere.

