„Game of Thrones“ war die bestimmende Serie der 2010er-Jahre. Auch wenn das Finale viele Fans enttäuscht hat, war die Serie über Jahre ein Preisgarant, Quotenhit und Maßstab für viele andere Produktionen. Neben der bombastischen Ausstattung und der düsteren, komplexen Geschichte war auch der Cast ein Grund für diesen Erfolg.
Dabei wurde zunächst auf einen Trick zurückgegriffen. Da ein Großteil der Schauspielerinnen und Schauspieler zu Beginn der Serie noch weitestgehend unbekannt war, wurde vor allem Werbung mit Sean Bean gemacht, der in „Game of Thrones“ Ned Stark spielt, dann aber relativ zeitig innerhalb der ersten Staffel ein grausames Schicksal erleidet. Bis dahin hatte es die Serie allerdings bereits geschafft, dass dem Publikum zahlreiche andere Charaktere ans Herz gewachsen waren.
Ein absoluter Publikumsliebling war dabei über nahezu alle Staffeln hinweg die von Peter Dinklage verkörperte Rolle des Tyrion Lannisters. Der jüngste Sohn von Lord Tywin Lannister (Charles Dance) macht im Laufe der Handlung eine erstaunliche Wandlung durch und bleibt sich dennoch in vielen Punkten treu. Die Beliebtheit begründet sich aber auch im Schauspiel von Dinklage, der allerdings ursprünglich gar nicht in „Game of Thrones“ mitspielen wollte – wegen des Genres.
Rollenmarkt für kleinwüchsige Darsteller oft auf Zwerge beschränkt
Wie der 57-jährige Schauspieler in einem „Ask me anything“-Thread bei Reddit verraten hat, hatte er zunächst große Bedenken wegen der Rolle des Tyrion Lannisters. Eine offensichtliche Eigenschaft des Charakters ist seine Kleinwüchsigkeit, die es ihm im Leben als Teil einer der angesehensten Familien von Westeros oft sehr schwer gemacht hat.
Obwohl Peter Dinklage etwa in „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ selbst einen Zwerg im klassischen Sinne gespielt hat, hat er sich auch mehrfach kritisch zu seiner Aussage nach „rückwärtsgewandten“ und „klischeebehafteten“ Darstellung von Zwergen geäußert. Besonderes Aufsehen sorgte diesbezüglich seine Kritik an Disneys Realverfilmung von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“.
Dabei kritisierte er vor allem, dass der Konzern mit einer Latina als Schneewittchen (Rachel Zegler) eine fortschrittliche Version des Märchens erzählen wolle, dann aber an der Darstellung von Zwergen nichts ändern würde. „Ihr seid in einem Punkt fortschrittlich, macht aber trotzdem diese verdammt noch mal rückwärtsgewandte Geschichte über sieben Zwerge, die zusammen in einer Höhle leben. Was zum Teufel soll das?“, wird der Schauspieler zitiert. Das war wohl auch der Grund für seine anfängliche Ablehnung der „Game of Thrones“-Rolle.
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Peter Dinklage wollte in „Game of Thrones“ keinen klassischen Zwerg spielen
Der 1,35 Meter große Dinklage hatte zunächst die Sorge, dass Tyrion Lannister ein klassischer Zwerg sein sollte. Das lag vor allem daran, dass der Schauspieler den Stoff nicht kannte und nur wusste, dass es sich um eine Fantasy-Produktion handeln sollte. Bei Reddit schreibt er dazu: „Ich hatte allerdings Bedenken wegen des Fantasy-Genres. Ich sagte ihm [Serienschöpfer David Benioff, Anm. d. Red], dass ich keinen richtig langen Bart und keine spitzen Schuhe wollte.“
Peter Dinklage und Benioff kannten einander bereits, bevor der „Game of Thrones“-Schöpfer Dinklage die Rolle anbot. Benioff war es wohl auch, der den Schauspieler am Ende von der Rolle überzeugte, indem er ihm von deren Vielschichtigkeit berichtete und dass Tyrion „weder ein Held noch ein Bösewicht sei, dass er ein Frauenheld und ein Trinker sei, und sie zeichneten ein Bild von ihm, das zwar Fehler hatte, aber dennoch wunderschön war – also habe ich zugesagt.“
Aus heutiger Sicht war das ein Glücksgriff für beide Seiten. „Game of Thrones“ entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten, auch dank Peter Dinklage. Der Schauspieler wurde wiederum durch die Rolle weltbekannt und konnte zahlreiche Preise einheimsen, unter anderem mehrere Emmys und einen Golden Globe.

