Die Rente sorgt seit Monaten in Deutschland für Diskussionen. Der Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner neuesten Aussage im Rahmen der Debatte eine heftige Welle der Kritik ausgelöst. „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter“, erklärte er am Montag beim Empfang zum 75. Jubiläum des deutschen Bankenverbands.
Die geplante Rentenreform sei der passende Moment, die Bevölkerung zum Umdenken aufzufordern. Merz kündigte an, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen werde, um „auf Dauer den Lebensstandard zu sichern“. Die Empörung, insbesondere aus den Reihen der SPD, ließ nicht lange auf sich warten.

Wegen Rentenaussage: Kanzler Friedrich Merz trifft Welle der Kritik
„Auf die gesetzliche Rente muss man sich verlassen können“, betonte der SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese. Doch der Kanzler ist davon überzeugt, dass die Arbeitnehmer verstärkt auf „kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung“ setzen müssen. Wiese fügte hinzu, dass Millionen Menschen in Deutschland ihr hart erarbeitetes Geld in die Rentenversicherung eingezahlt haben. „Und das kann nicht nur eine Basisabsicherung sein.“ Zwar unterstützt die SPD die Rentenreform ebenfalls, doch der Aussage des Kanzlers wird nur in Teilen zugestimmt.
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„Wenn der Bundeskanzler die gesetzliche Rente auf eine ‚Basisrente‘ herunter rasieren will, wird er auf den erbitterten Widerstand der Sozialdemokratie treffen“, sagte auch der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. Die Linken-Chefin Ines Schwerdtner sprach darüber hinaus von einem „Schlag ins Gesicht“ für Millionen Menschen. Die Aussage des Kanzlers verstärkt die Ängste vor Altersarmut in Deutschland. Laut Untersuchungsergebnissen aus dem Jahr 2024 lag die Armutsgefährdungsquote bei 19,4 Prozent für Personen ab 65 Jahren. Es geht bei der Statistik zwar nicht um eine existenzielle Armut, aber um „eine relative Armut, die sich im Verhältnis zum mittleren Einkommen der Gesamtbevölkerung eines Landes ausdrückt“, wie das Statistische Bundesamt erklärte.

