Karl Lauterbach entfacht Debatte: Renten für Gutverdiener deckeln?

Bei Caren Miosga schlug Karl Lauterbach kürzlich eine Renten-Deckelung für Gutverdiener vor. Was das für Arbeitnehmer bedeutet und wieso Kritiker immer lauter werden.
Karl Lauterbach entfacht Debatte: Renten für Gutverdiener deckeln?
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Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz hat sich der SPD-Politiker Karl Lauterbach in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ zu Wort gemeldet. Die Sozialdemokraten erhielten 25,9 Prozent der Stimmen und haben somit 9,8 Prozent an Zuspruch verloren. Lauterbach sorgte jedoch mit seinem umstrittenen Renten-Plan schon wenige Stunden später für eine neue Debatte.

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister schlug vor, die Renten für Gutverdiener zu deckeln, damit ärmere Menschen unterstützt werden können. Da Personen mit einem höheren Einkommen auch eine höhere Lebenserwartung hätten, würden sie dementsprechend länger eine Rente beziehen als Geringverdiener. Karl Lauterbach erklärte, dass die Rentenwerte deshalb „etwas abgeregelt werden“ sollten.

Karl Lauterbach im Bundestag
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Was ist fair? Renten-Plan von Karl Lauterbach stößt auf Kritik

„Dann können wir uns erstens diese Rente länger leisten und könnten die Rente etwas verbessern für die Geringverdiener“, betonte der Politiker gegenüber Caren Miosga. „Unser Rentensystem gibt jeden Monat Geld von den Ärmeren an die Einkommensstärkeren, weil ich mit den kurzen Renten der Ärmeren die langen Renten der Gutverdienenden subventioniere“, heißt es weiter.

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Anschließend zeigte der 63-Jährige ein konkretes Beispiel auf: „Das sind Akademiker, die haben oft nur 35 Jahre eingezahlt, nehmen dann aber 20 Jahre Rente mit. Diejenigen, die mit 16 angefangen haben zu arbeiten, die zahlen oft fast 50 Jahre ein und die haben dann sieben Jahre Rente, denn die leben oft nur bis 72. Das kann doch nicht richtig sein.“

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Die Zuschauer reagierten sehr unterschiedlich auf Lauterbachs Renten-Plan. In den sozialen Medien entfachte der Politiker eine Diskussion, die sich mittlerweile ausgeweitet hat. Einige Zuschauer befürchten, dass es bald eine Einheitsrente geben könnte. Andere User erklären, dass es ihnen reicht und dass sich Leistung auch im Alter noch lohnen müsse. Unter anderem wurde vorgeschlagen, ob denn nicht die Pensionen von gutverdienenden Beamten und Politikern auf Renten-Niveau gesenkt werden könnten.

„Grundlegender Kurswechsel“: Die Linke fordert Änderung für Bundestagsabgeordnete

Die Linke hatte bereits im vergangenen Jahr gefordert, dass Bundestagsabgeordnete in die gesetzliche Rente einbezogen werden sollten. In einem Statement wurde betont, dass es ein „grundlegender Kurswechsel in der Rentenpolitik“ nötig sei, „um die gesetzliche Rentenversicherung langfristig auf stärkere Beine zu stellen“. Kanzleramtsminister Thorsten Frei kommentierte die Diskussion ebenfalls und verwies auf die Ergebnisse der Rentenkommission, die sich aktuell über eine Rentenreform berät. Auf Lauterbachs Vorschlag ging er nicht direkt ein. Währenddessen fordert Bundeskanzler Merz eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit.