Politikerbeleidigung als Straftat: Mehrheit stimmt in Umfrage für Gesetz

Das „Lügenfritze“-Urteil gegen einen Facebook-Nutzer hat eine Grundsatzdebatte neu entfacht. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun, welche Haltung die Gesellschaft beim Thema Politikerbeleidigung tatsächlich vertritt.
Politikerbeleidigung als Straftat: Mehrheit stimmt in Umfrage für Gesetz
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Ein Facebook-Nutzer hatte einen folgenschweren Kommentar gepostet. Der Mann bezeichnete den Bundeskanzler Friedrich Merz als „Lügenfritze“ und erhielt dafür eine Geldstrafe. Durch den Vorfall wurde die Debatte um Politikerbeleidigung erneut entfacht.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage für den Stern und den Fernsehsender RTL zeigt, wie die Deutschen über dieses umstrittene Thema denken. Am 4. und 5. Juni wurden insgesamt 1007 Personen befragt. Die Mehrheit möchte den Paragrafen 188 den Ergebnissen zufolge beibehalten. Diese Meinung vertreten 58 Prozent der Teilnehmer. Derweil sprachen sich 38 Prozent dafür aus, den Paragrafen zur Politikerbeleidigung wieder abzuschaffen.

Politikerbeleidigung Symbolbild: Friedrich Merz, Bärbel Bas und Markus Söder
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Debatte um Politikerbeleidigung: Umfrage zeigt Haltung der Bürger

Die Teilnehmer gaben außerdem preis, welche politische Einstellung sie haben. Demnach stimmte die Mehrheit der AfD-Anhänger für die Abschaffung des Gesetzes, während die Mehrheit der Linken- und Grünen-Wähler das Gesetz beibehalten möchten. 84 Prozent der Unions- und SPD-Anhänger sprachen sich ebenfalls für das Gesetz aus. Auch wenn es sich um eine repräsentative Erhebung handelt, gibt sie lediglich Aufschluss über die Haltung von rund 1.000 Personen. Dass das Gesetz noch mehr Kritiker hat, zeigen einige Statements aus den Reihen der CDU/CSU.

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Unionsfraktionsvize Günter Krings erklärte beispielsweise, dass es eine Neuregelung geben müsse. „Wir brauchen kein Sonderstrafrecht für Politiker. Deswegen bin ich offen dafür, den Paragrafen 188 des Strafgesetzbuches abzuschaffen“, heißt es in einem Statement gegenüber dem Spiegel. Auch der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und der Unions-Fraktionschef Jens Spahn sprachen sich gegen das Gesetz aus. Aufgrund der aktuellen Debatte betonte ein Sprecher der Bundesregierung, dass Friedrich Merz im Falle des jüngst verurteilten Facebook-Nutzers keinesfalls selbst Anzeige erstattet hatte. Noch ist unklar, ob der Paragraf 188 bestehen bleibt oder nicht.

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