Linke mit Kritik: Krankenkassen übernehmen Kosten für Haarentfernung bei Transfrauen nicht

Da viele Arztpraxen die Haarentfernung mittels Nadelepilation nicht mehr anbieten, fordert die Linke nun eine Alternative für Transfrauen. Auch im Kosmetikstudio sollen die Kosten von der Krankenkasse getragen werden.
Linke mit Kritik: Krankenkassen übernehmen Kosten für Haarentfernung bei Transfrauen nicht
Ladanifer/Shutterstock
Anzeige

Transfrauen wollen ihren Bart dauerhaft loswerden, was oft mit hohen Kosten für eine entsprechende Behandlung verbunden ist. Die Linke kritisiert deshalb, dass die Ausgaben nicht von der Krankenkasse getragen werden. Das werden sie nämlich nur unter bestimmten Bedingungen.

Die Kosten für eine sogenannte Nadelepilation muss lediglich in Arztpraxen übernommen werden. Allerdings werden die Behandlungen in den Arztpraxen fast gar nicht angeboten, „weil es sich wirtschaftlich nicht lohnt“. Ellena Schumacher Koelsch, Linken-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl spricht sogar von einem "Systemversagen", denn wenn Transfrauen die Behandlung bei der Kosmetikerin durchführen lassen, müssen sie selbst zahlen.

Linke mit Kritik: Krankenkassen übernehmen Kosten für Haarentfernung bei Transfrauen nicht
picture alliance

Kritik durch Linke: Haarentfernung bei Transfrauen wird im Kosmetikstudio nicht übernommen

Die Nadelepilation in einem Kosmetikstudio wird von den Kassen nämlich nicht gedeckt. „Ein Anspruch, der nur auf dem Papier, nicht aber in der Realität existiert, ist ein eklatantes Systemversagen“, heißt es weiter. Alternativ steht eine Laserepilation zur Verfügung, die jedoch nicht bei jedem wirkt. Die Politikerin fordert die Landesregierung in Baden-Württemberg deshalb auf, zu handeln. Es müsse so bald wie möglich eine Lösung für Betroffene gefunden werden.

Die Nadelepilation kann dafür sorgen, dass Haare dauerhaft entfernt werden. Die Haarwurzel wird mit Strom zerstört, so dass an dieser Stelle kein neues Haar mehr wachsen kann. Da in ganz Baden-Württemberg keine Arztpraxis diese Methode mehr anbietet, soll nun eine andere Lösung her. „Besonders brisant ist, dass es anscheinend gängige Praxis war bis im Jahr 2020, dass die Krankenkassen wegen Systemversagen die Nadelepilation bei der Kosmetik bezahlten. Das Bundessozialgericht verlangte hierzu in 2020 eine Neuregelung der Abrechnung. Anstatt einer Neuregelung war das Ergebnis ein wohl einzigartiger, spontaner katastrophaler Wegfall einer Kassenleistung deutschlandweit, ohne Vorwarnung oder Auswege für Betroffene.“

Anzeige