Die Bundesregierung steigt beim Panzerbauer KNDS ein. Nach umfangreichen Verhandlungen fiel am Mittwoch die endgültige Entscheidung. Deutschland wird sich zunächst mit 40 Prozent an dem deutsch-französischen Unternehmen beteiligen. Frankreich wird ebenfalls 40 Prozent der Anteile halten.
KNDS fertigt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 sowie die Panzerhaubitze 2000 an. Der Konzern entstand durch eine Fusion der Krauss-Maffei Wegmann GmbH und dem Unternehmen Nexter. Die Bundesregierung bestätigte den Deal offiziell gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings soll die Beteiligung in den kommenden zwei bis drei Jahren wieder auf 30 Prozent gesenkt werden.

Neuer Deal mit Leopard-Bauer KNDS: Die Bundesregierung hat sich geeinigt
KNDS-Chef Jean-Paul Alary bereitet aktuell den Börsengang des Unternehmens vor, das aktuell mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet wird. Der Börsengang ist für Juli 2026 in Frankfurt und Paris geplant. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzte sich persönlich für Deutschlands Beteiligung an dem Leopard-Bauer ein. „Deutschland muss sich bei Schlüsselunternehmen wie KNDS signifikant als Anteilseigner beteiligen. Denn Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit“, erklärte er in einem Interview mit der Bild. Durch die Produktion des Leopard 2 gilt das Unternehmen als entscheidender Partner für die Aufrüstung der Bundesrepublik.
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Deshalb setzte sich auch der Verteidigungsminister Boris Pistorius für den Deal ein. Währenddessen plädierte Katherina Reiche für einen geringeren Anteil und begründete ihre Forderung mit wirtschaftlichen Vorteilen. Offenbar hat sich die Bundesregierung nun auf einen Kompromiss geeinigt. Zudem wurde ausgehandelt, dass Deutschland auch bei einer Senkung auf 30 Prozent in den kommenden Jahren gleichberechtigt bleibt. Hintergrund der Entwicklungen ist die Tatsache, dass die deutschen Eigentümerfamilien (Bode-Wegmann) aussteigen wollen und der Bund einspringt, um das Gleichgewicht mit Frankreich zu sichern.

