Trotz eines regenreichen Sommers 2025 nimmt die Wasserknappheit in Deutschland weiter zu. Expertinnen und Experten warnen zusehends vor einem entsprechenden Szenario, auch wenn es auf den ersten Blick widersprüchlich scheint. Grund für den problematisch sinkenden Grundwasserspiegel sind die Böden, die in den vergangenen heißen Sommern ausgetrocknet sind. Diese können das Wasser nicht ausreichend speichern. Dazu kommt in Ballungszentren eine zunehmende Versiegelung und aufgrund der durchschnittlich höheren Temperaturen auch eine höhere Verdunstung.
Deutschland ist dabei offenbar in besonderem Maße von der wachsenden Wasserknappheit betroffen, wie neuere Messungen zeigen. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil mit annähernd 70 Prozent ein Großteil des Trinkwassers hierzulande aus dem Grundwasser bezogen wird. Wie ungemütlich es teilweise werden kann, hat etwa der Extremsommer 2018 bewiesen, der viele Wasserversorger an ihre Grenzen gebracht hat. Den Expertinnen und Experten zufolge muss künftig einiges passieren, damit Deutschland besser auf die Wasserknappheit vorbereitet ist.

Klimawandel führt auch im wasserreichen Deutschland zu Wasserknappheit
Wichtige Zukunftskonzepte sind dabei etwa renaturierte Flüsse und auch sogenannte Schwammstädte, die in der Lage sind, Wasser zu speichern und nicht direkt wieder abzugeben. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die Rummelsburger Bucht in Berlin. Sogenannte Versickerungsmulden sorgen dort zum einen dafür, dass bei Starkregen keine Überschwemmungen drohen. Zum anderen wird das Wasser so aufgefangen und gespeichert, um dann schrittweise an den Boden abgegeben und so ins Grundwasser eingespeist zu werden.
Aufgrund des Klimawandels rechnen Fachleute allerdings mit einem steigenden Wasserverbrauch, sowohl in Privathaushalten als auch in der Landwirtschaft und der Industrie. Karsten Specht, Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) und Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), werden aber bereits jetzt 95 Prozent der Förderrechte am Grundwasser ausgeschöpft. „Da bleibt wenig Puffer für extreme Wetterlagen“, erklärte er im Spiegel.
Um der steigenden Wasserknappheit und den sich ändernden Bedingungen zu begegnen, fordern Specht und auch andere massive Investitionen in eine angepasste Infrastruktur, die sowohl Dürre als auch Starkregen besser begegnen kann. Wichtig wird in diesem Kontext auch, in neue Filtermethoden zu investieren, da das Wasser zunehmend mit Ewigkeitschemikalien oder Mikroplastik versetzt ist.