Türkei plant strenges Rauchverbot: Das müssen Reisende wissen

Ein neuer Gesetzentwurf enthält ein strenges Rauchverbot für die Türkei. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss unter Umständen ein saftiges Bußgeld bezahlen.
Türkei plant strenges Rauchverbot: Das müssen Reisende wissen
Shutterstock / salajean

Auf Raucherinnen und Raucher, die sich in der Türkei aufhalten, könnten künftig deutlich strengere Regeln zukommen. Denn zum Schutz von Umwelt und Gesundheit plant das Land ein deutlich strikteres Rauchverbot als bisher. Dafür wurde nun ein neuer Gesetzentwurf vorgelegt, der vor allem auch das langfristige Ziel verfolgt, die Türkei bis 2040 komplett tabakfrei zu machen.

Das bedeutet, dass bis 2040 alle Tabakprodukte aus dem Land verschwinden sollen. Das würde also den Verkauf, die Herstellung, aber eben auch den Konsum betreffen. Doch wie sehen nun die akuten Konsequenzen für Einheimische und auch für Reisende aus?

Was genau ist in der Türkei geplant?

Der neue Entwurf stammt von der türkischen Regierungspartei AKP. Stand jetzt handelt es sich „nur“ um einen Entwurf. Sollte dieser allerdings verabschiedet werden, was gegenwärtig als recht wahrscheinlich gilt, dann würde an zahlreichen Orten im öffentlichen Raum der Türkei ein faktisches Rauchverbot gelten.

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Das betrifft öffentliche Plätze wie Sportanlagen, aber auch Strände oder die Außenbereiche der Gastronomie, also potenziell Orte, an denen sich vor allem zur Hochsaison viele Touristinnen und Touristen aufhalten. Erlaubt soll das Rauchen in der Türkei den Plänen zufolge dann nur noch in klar gekennzeichneten Raucherzonen sein.

Und auch die Definition von Tabakprodukten wird planmäßig ausgeweitet. Dazu sollen laut Entwurf nämlich nicht mehr nur klassische Zigaretten zählen. Auch E-Zigaretten, Shishas und Vapes sollen unter das geplante Verbot fallen.

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Rauchverbot Türkei: Zahlreiche Zigarettenstummel an einem Strand vor blauem Himmel
Shutterstock / dubassy

Wer gegen Rauchverbot in der Türkei verstößt, muss mit Bußgeld rechnen

Um die Umsetzung zu kontrollieren, sollen zudem strenge Kontrollmechanismen greifen. Geplante Bußgelder richten sich vor allem gegen Unternehmen, wobei Medien von einem Strafrahmen zwischen einer und zehn Millionen türkischen Lira berichten; umgerechnet wären das etwa 20.000 bis 200.000 Euro.

Aber auch Einzelpersonen müssen, wenn der Gesetzentwurf so verabschiedet wird, mit empfindlichen Strafen rechnen. Wer trotz Rauchverbot Tabak konsumiert oder mit sich führt, muss Berichten zufolge bis zu 5000 Euro Strafe zahlen.

Rauchen wird weltweit immer weiter eingeschränkt

Die Türkei ist nicht der einzige Staat, in dem inzwischen deutlich verschärfte Regeln für das Rauchen gelten. Als Vorreiter gilt vor allem Frankreich, das bereits 2023 das Rauchen in der Öffentlichkeit in großen Teilen eingeschränkt hat.

Etwa in Italien und Spanien ist es verboten, am Strand zu rauchen. In Japan gibt es ausgewiesene Raucherzonen. Und in Mexiko darf man nur noch im Privaten Tabak konsumieren, im öffentlichen Raum ist das komplett verboten.

Sollten die nun veröffentlichten Pläne der türkischen Regierung zur Umsetzung kommen, hätte die Türkei allerdings eines der strengsten Rauchverbote weltweit. Allerdings dürften viele weitere Länder noch nachziehen, denn auch die EU plant eine tabakfreie Generation bis 2040, in der weniger als fünf Prozent der Bevölkerung rauchen.