Frau gibt versehentlich 1.700 Euro Trinkgeld für ein einzelnes Gebäckstück

Eine Seniorin in der Schweiz hat versehentlich ein enormes Trinkgeld gegeben, als sie einen Nussgipfel per Kartenzahlung kaufte. Wie konnte es dazu kommen und wie ist die Geschichte ausgegangen?
Frau gibt versehentlich 1.700 Euro Trinkgeld für ein einzelnes Gebäckstück
Shutterstock / momen alrayyes

Mit Trinkgeld ist das so eine Sache. Jedes Land hat dafür seine eigenen – meist ungeschriebenen – Regeln. Inzwischen gibt es an vielen Kartenterminals die Möglichkeit, direkt prozentual berechnetes Trinkgeld zu geben, wenn man mit dem Service zufrieden war. Das kommt zwar nicht bei allen gut an, dass die Methode aber auch ihre Vorteile haben kann, macht ein Fall aus der Schweiz deutlich.

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Dort gab eine Seniorin vor einigen Wochen versehentlich ein stolzes Trinkgeld, weil dieses offenbar händisch eingetippt werden musste, anstatt dass sie eine vorberechnete Option auswählen konnte. Das Ergebnis: Die Dame gab 1.612 Franken Trinkgeld, obwohl sie nur einen einzigen Nussgipfel gekauft hatte. Umgerechnet entspricht diese Summe 1.704 Euro.

PIN statt Trinkgeld eingegeben

Über den ungewöhnlichen Fall berichtete das Verbrauchermagazin „Beobachter“ und äußert auch eine Vermutung, wie es dazu kommen konnte. Offenbar dachte die Betroffene, dass sie ihre PIN eingeben müsse, als es eigentlich um das Trinkgeld ging. Der Fall ereignete sich bei einer Bäckerei am Hauptbahnhof in Winterthur, nordöstlich von Zürich. Offenbar geht die Kundin dort regelmäßig einkaufen.

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Zwei Wochen nach dem Missgeschick fiel der Fehler dann einer Beraterin der Pro Senectute auf, einer Fach- und Dienstleistungsorganisation, die Seniorinnen und Senioren in der Schweiz unter anderem Beratungen bietet und auch in alltäglichen Belangen unterstützt.

Die Beraterin entdeckte den enormen Betrag, als sie die Kontoauszüge der Rentnern durchging und informierte diese daraufhin. Zusammen wandten sie sich an die Bank, die jedoch an den Bäckerei-Betrieb selbst verwies. Die Seniorin setzte sich daraufhin direkt mit der Bäckerei in Verbindung, wodurch nicht nur dieses eine kuriose Missverständnis entdeckt wurde.

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Trinkgeld per Kartenzahlung geben
iStock / mihailomilovanovic

Wie der Fehler aufgefallen ist

In der Bäckerei war der Fehler nämlich bislang noch gar nicht bemerkt worden, obwohl eine Zahlung von 1.612 Franken unter normalen Umständen aufgefallen wäre. Das lag daran, dass die Zahlung des außergewöhnlich hohen Trinkgeldes nie bei der Bäckerei eingegangen war. Grund dafür war ein technisches Problem an der Schnittstelle.

Dass in solchen Fällen direkt an die Betriebe verwiesen wird, ist im Übrigen üblich, da man mit der Eingabe der PIN einer Zahlung formal zustimmt. Die Bank kann den Betrag dann also nicht einfach zurückerstatten. Die Bäckerei zeigte sich aber von vornherein hilfsbereit, wie die betroffene Seniorin dem „Beobachter“ erzählte. „Die Standortleiterin war außerordentlich freundlich.“

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Frau bekommt schließlich ihr Geld zurück

Am Ende wurde der versehentlich eingegebene Betrag zurückerstattet und die Bäckerei setzte sich zudem mit dem Systementwickler ihres Bezahlsystems in Verbindung, um künftige Fehler auszuschließen. Die Seniorin selbst scheint das Ganze gelassen zu nehmen: „Mit der Kartenzahlung bin ich manchmal etwas überfordert, das kann mir schon passiert sein.“

Expertinnen und Experten raten grundsätzlich immer, bei Kartenzahlung mit Blick auf das Terminal zu prüfen, ob es eventuell zu Fehlern gekommen ist. Zudem wird empfohlen, die Belege immer auch mit den Kontobewegungen abzugleichen.