Ramadan-Streit an Schule entbrannt: „Musst dein Brot in die Tonne werfen!“

An einer Gesamtschule in Kleve kam es zu einem Streit zwischen mehreren Schülern. Hintergrund ist der Fastenmonat Ramadan. Mittlerweile hat sich die Schulaufsichtsbehörde eingeschaltet und äußerte sich besorgt.
Ramadan-Streit an Schule entbrannt: „Musst dein Brot in die Tonne werfen!“
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Vom 18. Februar bis zum 19. März ist Ramadan. Es handelt sich um den heiligen Fastenmonat für gläubige Muslime auf der ganzen Welt. In dieser Zeit wird von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken verzichtet. Auch Kinder an deutschen Schulen schließen sich dieser Tradition an.

Deshalb ist kürzlich an einer Gesamtschule in Kleve ein Streit entbrannt. Mittlerweile hat sich sogar die Schulaufsicht in diesen Konflikt eingeschaltet, denn die Diskussion übertrug sich auf die Eltern und die Lehrer. Eine betroffene Mutter erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung, dass ein Schüler ihrem Kind gesagt habe: "Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!"

Kinder auf dem Pausenhof beim Essen
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Wegen Ramadan: Schüler streiten sich - Schulaufsicht äußert sich besorgt

Die Betroffene schilderte außerdem, dass ihr Kind gemobbt werde und wandte sich an eine Lehrerin. Die Pädagogin erklärte, dass es natürlich „weiterhin vollkommen in Ordnung ist“ in den Pausen zu essen oder zu trinken. Man soll jedoch keine anderen Kinder mit dem Essen provozieren. „Die Kinder sollen sich im besten Fall gegenseitig nicht beim Essen oder Nichtessen beobachten, sodass die 'Regel', sich wegzudrehen, für alle Kinder gilt“, soll die Lehrerin vorgeschlagen haben. Kinder, die nicht fasten, sollen ihre Mitschüler, die sich am Ramadan beteiligen, mit ihren Pausenbroten provoziert haben. Das Essen wurde den Betroffenen vor die Nase gehalten. Dennoch sei die Reaktion nicht in Ordnung, betonte die Schulaufsichtsbehörde.

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"Klar ist beispielsweise, dass niemand in der Schule gezwungen werden darf, seine Religion in einer bestimmten Art und Weise auszuüben. In Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler versuchen, ihren Mitschülerinnen und -schülern religiöse Vorschriften zu machen, wird an Schulen konsequent nachgegangen", heißt es in einem offiziellen Statement gegenüber der dpa. Auf der Website der Schule wurde zudem ein Statement veröffentlicht, in dem es heißt, dass „Respekt, Toleranz und Vielfalt“ zu den „Leitzielen“ der Schule gehören. Man würde trotz der aktuellen Situation „kein grundsätzliches Problem“ sehen. Auch das Schulministerium NRW erklärte, dass man die „Vorwürfe ernst nehmen“ würde. Der Konflikt soll in dieser Woche so schnell wie möglich aufgeklärt werden.

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