Personalausweis bald für immer gültig? Bundesregierung führt neue Regel für tausende Bürger ein

Deutschland wird digitaler – und weniger bürokratisch. Neben der geplanten Einführung des EUDI-Wallets bringt die Bundesregierung nun eine Neuerung für den Personalausweis auf den Weg, die den Alltag vieler Bürger deutlich vereinfachen wird.
Personalausweis bald für immer gültig? Bundesregierung führt neue Regel für tausende Bürger ein
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Die Bundesregierung plant einige Neuerungen für den Personalausweis. Eine Personengruppe wird von der Reform ganz besonders profitieren, denn der regelmäßige Antrag auf ein neues Dokument soll wegfallen. Der Ausweis gilt dann also „für immer“, es sei denn, man möchte ihn selbst, zum Beispiel aufgrund eines neuen Fotos, erneuern. Hintergrund ist das Ziel, dass Deutschland digitaler und fortschrittlicher werden soll.

Wer bei der Beantragung seines letzten Personalausweises 70 Jahre oder älter ist, soll künftig kein neues Dokument mehr beantragen müssen. Der Ausweis gilt für die Seniorinnen und Senioren dann ohne ein Ablaufdatum. Normalerweise muss man alle zehn Jahre ein neues Dokument beantragen, was jedoch einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich bringt.

Die offizielle AusweisApp auf einem Smartphone
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Senioren können profitieren: Bundesregierung plant Altersgrenze beim Personalausweis

Die Änderungen wurden bereits vom Bundeskabinett verabschiedet. Sie gelten als Teil eines 200-Punkte-Plans, der zum Abbau der Bürokratie beitragen soll. Es soll allerdings noch weitere Vereinfachungen geben. Beispielsweise muss der Wohnort im Reisepass bei einem Umzug in eine andere Stadt künftig nicht mehr angepasst werden. Wann genau diese neuen Regeln in Kraft treten werden, steht noch nicht fest. Darüber hinaus sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Dokumente wie den Personalausweis künftig auch digital griffbereit haben. Dazu wird das sogenannte EUDI-Wallet eingeführt. Jedes Mitgliedsland der Europäischen Union muss künftig eine App zur Digitalisierung des Ausweises zur Verfügung stellen.

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Doch das ist noch nicht alles. Später soll es darüber hinaus möglich werden, weitere Dokumente wie den Führerschein in dem Wallet zu speichern. Die neue Anwendung soll ab dem 2. Januar 2027 zur Verfügung stehen. Bürger können sich dann über das Smartphone ausweisen. Diese Handhabung kann insbesondere bei Online-Geschäften nützlich sein. Beispielsweise, wenn man sich bei der Anmietung eines Autos identifizieren muss. Doch die Nutzung der neuen Anwendung ist nicht verpflichtend. Aktuell steht bereits die AusweisApp Bund zur Verfügung.

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