In Deutschland zahlen Fahrschüler mittlerweile durchschnittlich 3400 Euro für den PKW-Führerschein der Klasse B. Das geht aus Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr hervor. Eine Summe, die dazu geführt hat, dass eine umfassende Führerschein-Reform angekündigt wurde.
Denn diese Kosten können sich tausende Bürger nicht mehr leisten. Deshalb soll die Struktur komplett erneuert werden, was unter anderem dazu führen würde, dass der Theorieunterricht gänzlich online stattfinden kann. Doch erste Kritiker warnen vor einem solchen Umbruch. „Eine ‚Fahrprüfung light‘ darf es nicht geben“, erklärte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband.

TÜV-Experte warnt: Führerschein-Reform könnte zur Gefahr werden
Denn es soll nicht nur mehr Online-Unterricht geben, auch der Fragenkatalog soll von 1169 Fragen auf 840 Fragen reduziert werden. Zudem wurden nur noch drei statt zwölf verpflichtende Sonderfahrten vorgeschlagen. Die Praxisprüfung könnte mit 25 statt 30 Minuten ebenfalls nur noch in einer abgespeckten Variante stattfinden. Damit es nicht zu Wucherpreisen kommt, sollen Fahrschulen die Kosten künftig online ganz transparent veröffentlichen. Goebelt warnte insbesondere davor, dass durch den weniger umfangreichen Fragenkatalog wichtige Informationen fehlen. Zudem sei es unverantwortlich, die Fahrzeit in der Praxisprüfung zu verkürzen.
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Die geplanten Führerschein-Änderungen im Überblick:
- Digitalisierung: Der Theorieunterricht soll gänzlich online stattfinden.
- Sonderfahrten: Nur noch 3 statt 12 Pflichtfahrten.
- Prüfungsdauer: Verkürzung von 30 auf 25 Minuten bei der Praxisprüfung.
- Fragenkatalog: Nur noch 840 statt 1169 Fragen.
- Laienausbildung: Eltern oder Verwandte könnten Teile der Ausbildung übernehmen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.
- Transparenz: Fahrschulen sollen Preise online veröffentlichen.
„Aktuelle Unfallstatistiken zeigen, dass qualifizierte Ausbildung und Prüfung wirken“, erklärt der Experte vom TÜV weiter. Durch die Änderungen würde das Verkehrsministerium ein sinkendes Niveau der Fahrausbildung in Kauf nehmen. Gelobt wird hingegen die geplante Preistransparenz. „Bezahlbare Mobilität für alle“ sowie „digitales Lernen auf der Höhe der Zeit“ seien ebenfalls „Schritte in die richtige Richtung“. "Der Führerschein ist in Deutschland schlichtweg zu teuer", betonte derweil der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Seiner Meinung nach würde die Verkehrssicherheit durch die Reform nicht beeinträchtigt werden. Bei der Verkehrsministerkonferenz im März 2026 möchte man die Vorschläge weiter konkretisieren. Anfang 2027 könnte der Prozess laut dem Bundesministerium für Verkehr abgeschlossen sein.
