Sorge vor Nipah-Virus wächst: Erste Flughäfen ergreifen Maßnahmen

In Indien sind zwei Krankenschwestern am Nipah-Virus erkrankt. Da es sich um einen gefährlichen Erreger handelt, ergreifen erste Flughäfen bereits Maßnahmen. So wird das Risiko für Europa eingeschätzt.
Sorge vor Nipah-Virus wächst: Erste Flughäfen ergreifen Maßnahmen
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In Indien ist das gefährliche Nipah-Virus ausgebrochen. Zwar wurden bisher nur zwei Fälle nachgewiesen, doch die Sorge wäscht, denn es gibt keinen Impfstoff und keine wirksame Behandlung. Bei den Betroffenen handelt es sich um zwei Krankenschwestern, die sich wahrscheinlich während ihrer Schicht im Dezember ansteckten.

Eine der beiden Frauen liegt im Koma. „Zwei Krankenschwestern in einem privaten Krankenhaus sind mit dem Nipah-Virus infiziert, eine von ihnen befindet sich in kritischem Zustand“, bestätigte Narayan Swaroop Nigam vom Gesundheitsministerium in Westbengalen. Die ersten Symptome entwickelten sich kurz nach dem 30. Dezember.„Die wahrscheinlichste Infektionsquelle ist ein Patient, der zuvor in dasselbe Krankenhaus eingeliefert worden war. Diese Person wird als Verdachtsfall behandelt“, erklärte ein Gesundheitsbeamter.

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Nipah-Virus kann schwere Symptome auslösen: Flughäfen führen Kontrollen ein

Das Nipah-Virus gilt als besonders gefährlich. Das RKI schätzt die Sterblichkeitsrate auf 40 bis 75 Prozent ein, was sehr hoch ist. Deshalb haben erste Flughäfen nun Maßnahmen ergriffen. Das indische Gesundheitsministerium hat eine Warnung für das gesamte Land ausgesprochen. Seit Sonntag werden in Thailand Passagiere an drei Flughäfen überprüft, die aus Westbengalen einreisen. Am Flughafen in Kathmandu finden ebenfalls Kontrollen statt. In Thailand wurden bis Dienstag bereits 1.700 Reisende getestet. Alle Tests sind negativ ausgefallen.

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Auch in Japan wurde zu besonderer Vorsicht aufgerufen. An Flughäfen werden Thermoscanner genutzt, um festzustellen, ob jemand krank ist. Wer unter Symptomen wie Fieber oder Atembeschwerden leidet, wird vom Quarantänedienst befragt. Laut der WHO gehören Nipha-Viren zu den gefährlichsten Erregern der Welt. Menschen und Tiere können sich gleichermaßen infizieren. Der Verlauf kann mild sein, doch es ist auch möglich, dass Patienten eine Entzündung des Gehirns entwickeln. Das Risiko für Europa wird von der Behörde ECDC aktuell jedoch als „sehr gering“ eingeschätzt.