Mittelmeer wird immer wärmer: Führt die extreme Hitze im Herbst zum gefährlichen Medicane?

Das Mittelmeer leidet unter der Rekordhitze in Europa. Klimatologen schlagen Alarm und warnen vor einem Phänomen, das im Herbst verheerende Schäden anrichten könnte: dem Medicane.
Mittelmeer wird immer wärmer: Führt die extreme Hitze im Herbst zum gefährlichen Medicane?
Neirfy/Shutterstock

Schon im Jahr 2023 stand fest, dass die durchschnittliche Temperatur des Mittelmeers in 25 Jahren um ein Grad gestiegen ist. In diesem Sommer werden Spitzenwerte in Höhe von 29 Grad gemessen. Das Mittelmeer spiegelt die direkten Folgen der aktuellen Hitzewellen wider. In Deutschland wurde im Juni mit 41,7 Grad die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. Allerdings muss dieser Wert vom Deutschen Wetterdienst noch einmal geprüft werden.

Ganz Europa glüht und schwitzt momentan erneut bei bis zu 40 Grad. In Frankreich, Spanien und Portugal wüten seit vergangener Woche heftige Waldbrände, die kaum zu stoppen sind. Wetterphänomene wie Pyrocumulonimbus erschweren die Löscharbeiten weiter. In diesem Fall schaffen heftige Brände ihr eigenes Mikroklima und die Rauchwolke wird zu einem gefährlichen Feuergewitter.

Ein Unwetter über dem Mittelmeer
Vlad Rakin/Shutterstock

29 Grad Wassertemperatur: Wie die Hitzewelle das Mittelmeer belastet

Derweil hat der Wasserpegel im Rhein einen historischen Tiefstand erreicht und Trockenheit und Dürre breiten sich aus. Von diesen Entwicklungen bleibt auch das Mittelmeer nicht verschont. Beispielsweise kommt es zur Ausbreitung invasiver tropischer Arten oder zu gefährlichen Unwettern. Laut einer Analyse der Initiative World Weather Attribution erwärmt sich das Mittelmeer etwa 20 Prozent schneller als der weltweite Durchschnitt. Eine Entwicklung, die das maritime Ökosystem nicht nur belastet, sondern auch langfristig verändert. Während Flüsse austrocknen, steigt der Meeresspiegel hingegen an, was insbesondere für Küstenregionen zur Gefahr werden kann.

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Mehr dazu: „Heftige“ Brände in Frankreich und Spanien: Betroffene Orte, mögliche Ursachen und Auswirkungen auf Deutschland

Droht ein Medicane? Was hinter dem Wetterphänomen steckt

Aufgrund des extrem heißen Sommers warnen Experten schon jetzt vor einem sogenannten Medicane. Diese Wettereignisse ähneln dem bekannten Hurrikan. „Die Prognosekarten zeigen das Maximum der Hitze in einem Gebiet zwischen Sardinien und Apulien. In den Binnenregionen Sardiniens können bis zu 45 Grad erreicht werden, also Werte, die noch vor wenigen Tagen als unrealistisch galten“, berichtete der Klimatologe Massimiliano Fazzini gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Es besteht die konkrete Gefahr, dass sich im September und Oktober verheerende Medicane bilden, also mediterrane Stürme mit Hurrikanstärke“, erklärt der Experte weiter.

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Das Phänomen könnte also insbesondere im Herbst auftreten. Das liegt an der Tatsache, dass das Wasser noch warm ist während kalte Luft einströmt. Bei einem Medicane entwickelt sich ein tropensturmähnliches Tief im Mittelmeerraum. Die Bezeichnung entstammt einer Kombination der Wörter Mediterranean und Hurricane. Es kann zu Windgeschwindigkeiten in Höhe von bis zu 120 km/h kommen. Ein Medicane hat zwar lediglich einen Durchmesser von bis zu 300 Kilometern, kann aber trotzdem für verheerende Unwetter an der Küste sorgen. Gefürchtet werden unter anderem Starkregen und Sturzfluten. Auch hohe Wellen können schwere Schäden auslösen. Die klimatischen Veränderungen führen schon jetzt zu immer mehr Naturkatastrophen und schweren Unwettern. Forscher haben eine interaktive Karte zur Verfügung gestellt, die zeigt, wie sich das Wetter und das Klima bis in die 2080er auf der ganzen Welt verändern wird.