Kriegsschiffe tauchen aus der Donau auf: So gefährlich ist ihre Fracht

Wenn Flüsse austrocknen, kommen oft vergessene Kapitel der Geschichte zum Vorschein. In der Donau ragen nun Wracks aus dem Schlamm, die seit 1944 unter Wasser lagen und eine tödliche Gefahr bergen.
Kriegsschiffe tauchen aus der Donau auf: So gefährlich ist ihre Fracht
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Nicht nur der Pegel des Rheins befindet sich auf einem historischen Tiefstand, auch die Donau zeigt sich von ihrer trockenen Seite. Das Niedrigwasser gab kürzlich Beeindruckendes frei. Unter anderem wurden die Knochen eines Mammuts gefunden. Auch der Zweite Weltkrieg hat seine Spuren in der Donau hinterlassen.

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Mehrere Kriegsschiffe tauchten kürzlich aus dem Fluss auf. Die Wracks befinden sich in der Nähe der serbischen Hafenstadt Prahovo. Riesige Masten und Rümpfe ragen aus dem Flussbett. Doch sie sind kein Freiluftmuseum, denn sie bergen eine gefährliche Fracht und man sollte sich den Decks und Stahlplatten nicht nähern.

Kriegsschiffe in der Donau
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Niedrigwasser gibt sie frei: Diese Kriegsschiffe wurden 1944 versenkt

Die Kriegsschiffe liegen schon mehr als 80 Jahre auf dem Grund des Flusses und gehörten zur Donauflottille der Kriegsmarine. Der Konteradmiral Paul-Willy Zieb ließ sie im Jahr 1944 im Auftrag Hitlers versenken. Da die Rote Armee anrückte, mussten die Soldaten den Rückzug antreten. Die Wehrmacht wollte die Schiffe auf keinen Fall dem Gegner überlassen. Es ist nicht der einzige Fall, in dem die Nationalsozialisten so handelten. Hermann Göring ließ beispielsweise sein Anwesen Carinhall sprengen, bevor Deutschland kapitulieren musste. Außerdem wurden Raubkunst und Gold der Reichsbank in Seen versenkt.

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Auch Stollen, Bergwerke und kilometerlange Bunkeranlagen dienten damals als Verstecke vor den Alliierten. Bis heute fehlt von Schätzen wie dem Bernsteinzimmer jede Spur. Die Monuments Men konnten im Salzbergwerk Altaussee in Österreich tausende gestohlene Kunstwerke sicherstellen. Bis heute wird Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg an die rechtmäßigen Besitzer und ihre Nachfahren zurückgegeben. Die Nationalsozialisten versuchten auch ihre Schiffe verschwinden zu lassen.

Kriegsschiff auf der Donau während des Zweiten Weltkriegs
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Niedrigwasser legt Bomben, Sprengstoff und Munition frei

Allerdings befindet sich auf ihnen kein Schatz. Stattdessen ist die Fracht lebensgefährlich. Allein in Prahovo wurden bis zu 200 Schiffe versenkt. Die Wracks sollten aber nicht einfach nur verschwinden, sondern auch den Vormarsch erschweren und blockieren. Erst kürzlich mussten die serbischen Behörden die kontrollierte Sprengung einer Bombe durchführen, die sich an Bord des Wracks „T-20“ befand. Es ist davon auszugehen, dass sich tonnenweise Sprengstoff und Munition auf dem Grund der Donau und in den ehemaligen Kriegsschiffen befinden. Auch im Rhein werden immer wieder Fliegerbomben und Sprengstoff entdeckt.

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Das Niedrigwasser gibt diese frei und kann für Spaziergänger zur Gefahr werden. Die EU finanziert deshalb die Bergung besonders gefährlicher Wracks. Immer wieder werden Kriegsschiffe aus Sicherheitsgründen geborgen. Doch nicht nur Sprengstoff der Deutschen wird gefunden. Die Alliierten warfen Schätzungen zufolge im Zweiten Weltkrieg 1,3 bis 1,5 Millionen Tonnen Bomben über Deutschland ab. Blindgänger befinden sich nicht nur im Rhein und in der Donau, sondern auch im Wald und in den Alpen.