Forscher testen Kokosöl als Kerosin-Alternative für Flugzeuge

Der Luftverkehr steht vor großen ökologischen Herausforderungen. Forscher aus Japan testen deshalb, ob Kokosöl als Basis für einen klimafreundlicheren Treibstoff dienen kann.
Forscher testen Kokosöl als Kerosin-Alternative für Flugzeuge
iStock / aapsky

Keine andere Fortbewegungsart benötigt so viel Energie wie das Fliegen mit einem Flugzeug. Der Luftverkehr ist deshalb auch aus Umweltperspektive ein Problem, da durch das standardmäßig als Treibstoff verwendete Kerosin verschiedene Auswirkungen zu beobachten sind. Zum einen geht es dabei um die CO2-Emissionen, zum anderen aber auch um Stickoxide und Wasserdampf in hohen Luftschichten.

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Zum genauen Anteil der CO2-Emissionen im globalen Vergleich differieren die Zahlen etwas. Die meisten Schätzungen gehen aber von einer Größenordnung zwischen 3 und 5 Prozent aus. Um das einzudämmen, wird unter anderem an effizienteren Flugzeugen gearbeitet, aber auch beim Treibstoff gibt es diverse Forschungsprojekte, die den Flugverkehr der Zukunft klimafreundlicher gestalten möchten.

Ein Schlüssel könnten dabei Biokraftstoffe sein, die entsprechend aus Biomasse hergestellt werden. Ganz aktuell haben Forscherinnen und Forscher der Osaka Metropolitan University einen solchen Kraftstoff auf Basis von Kokosöl hergestellt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, allerdings ist es noch ein weiter Weg, bis wirklich Maschinen mit Kokosöl starten.

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Taugt Kokosöl als Kerosin-Alternative?

Die entsprechende Studie ist im Fachjournal „Fuel“ erschienen und beschreibt ein Co-Lösungsmittel-Verfahren, bei dem Aceton, Alkohol und Kokosöl kombiniert werden. Da die Flüssigkeiten schon bei niedrigeren Temperaturen reagieren, wird der gesamte Herstellungsprozess günstiger und weniger energieintensiv, was wiederum auch die Emissionen senkt. Das Ergebnis ist ein Biokraftstoff mit einem Reinheitsgrad von mehr als 97 Prozent sowie Biodiesel, der theoretisch neben Flugzeugen auch für Fahrzeuge und Schiffe geeignet ist.

Allerdings zeigten erste Tests, dass der tatsächliche Verbrauch bei der Verbrennung steigt, da der Biokraftstoff eine geringere Energiedichte besitzt. Je nach verwendeter Methanol- und Ethanolbasis lag das Verbrauchsplus bei 16,8 beziehungsweise 19,6 Prozent. Das wirkt sich dann auch auf die Emissionen aus.

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Die gute Nachricht: Trotz des höheren Verbrauchs blieben die CO2-Emissionen konstant. Zudem ergaben die Tests, dass zwischen 5 und 40 Prozent weniger unverbrannter Kohlenwasserstoff ausgestoßen wurde. Auch bei den Stickoxiden sank der Wert teilweise bis zu 30 Prozent. Dafür stieg wiederum der Kohlenmonoxid-Ausstoß um 3 bis 17 Prozent.

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Kokosöl kann Kerosin noch lange nicht als Flugzeugtreibstoff ersetzen

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Kokosöl-Kraftstoff nicht in einem echten Flugzeug getestet wurde. Stattdessen setzte das Team auf ein Mikrostrahltriebwerk, in dem die Forscherinnen und Forscher verschiedene Beimischungen testeten. Ziel war, das Verhalten der Mischungen in Bezug auf Verbrauch, thermischen Wirkungsgrad und auch die Emissionen zu untersuchen.

Dieser Umstand und auch die Testergebnisse an sich zeigen, dass der Biokraftstoff noch nicht einsatzbereit ist. Bis es so weit ist, müssten noch einige Schwächen wie beispielsweise der Sauerstoffgehalt ausgemerzt werden. Dass der Kokosöl-Treibstoff Kerosin tatsächlich ersetzen kann, ist entsprechend noch in weiter Ferne. Allerdings werden die Untersuchungen weitergehen.