Handgepäck: EU plant neue Regel für alle Reisenden

Zahlreiche Airlines verlangen horrende Aufpreise für Handgepäckstücke. Die EU fordert ein faires und einheitliches Vorgehen. Was sich schon bald für Reisende ändern soll.
Handgepäck: EU plant neue Regel für alle Reisenden
aapsky/Shutterstock

Wenn es um das Handgepäck im Flugzeug geht, verfolgen die Airlines häufig sehr unterschiedliche Konzepte. Denn während bei der einen Fluggesellschaft gleich mehrere Handgepäckstücke kostenlos sind, muss man bei einigen Billigairlines für bestimmte Taschen zuzahlen.

Verbraucherschützer bemängeln diese Praktik, denn eigentlich ist eine "angemessene" Tasche in der Kabineimmer kostenlos erlaubt. Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2014 bestätigt, dass man "notwendiges Handgepäck" ohne Aufpreis mitnehmen darf. Doch viele Airlines locken die Passagiere mit niedrigen Preisen für das Ticket und verlangen anschließend für zahlreiche Extras einen Aufpreis. Das gilt unter anderem auch für Taschen ab einer bestimmten Größe. Das kann plötzlich sehr teuer werden und gilt den Experten zufolge als „Verbrauchertäuschung“.

Freedomz/Shutterstock

Einheitlich und fair: Die EU will eine neue Handgepäck-Regel einführen

Die EU möchte das Mitführen von Handgepäck künftig fairer und einheitlicher gestalten. Deshalb wurde im vergangenen Jahr die Einführung einer neuen Regel vorgeschlagen. Reisende könnten dann Anspruch auf ein kostenloses Gepäckstück und einen persönlichen Gegenstand haben. Dabei könnte es sich um einen kleinen Koffer und eine Handtasche oder ein Laptop handeln. Die EU möchte die üblen Überraschungskosten am Gate so verhindern und der umstrittenen Praktik entgegenwirken.

„Naked Flying“: Was hinter dem beliebten Reisetrend steckt

Bisher hat das Urteil des Europäischen Gerichtshof nur belegt, dass es ein Recht auf ein kostenloses Gepäckstück gibt, welches „angemessen“ ist. Doch es fehlten genaue Maße. Das soll sich nun ebenfalls ändern. Die Tasche oder der Koffer darf dann nicht mehr als sieben Kilo wiegen und alle Kantenmaße dürfen zusammengerechnet 100 Zentimeter nicht überschreiten. Es handelt sich momentan um Forderungen des EU-Parlaments, welches sich noch mit den Staaten einigen muss. Demnach wird es einige Monate dauern, bis die neue Regel umgesetzt werden kann.