Vater lässt 7-Jährigen auf dem Fuji zurück

Am japanischen Berg Fuji wurde in etwa 2.000 Metern Höhe ein 7-jähriger Junge gefunden. Offenbar setzten der Vater des Jungen und ein älterer Bruder eine gemeinsame Wanderung ohne das Kind fort.
Vater lässt 7-Jährigen auf dem Fuji zurück
Shutterstock / Puripat Lertpunyaroj

Der Fuji ist der höchste Berg Japans und eines der Wahrzeichen des Landes. Aufgrund der relativen Nähe zu Tokio kann man den knapp 3.800 Meter hohen Berg von der Hauptstadt aus gut sehen, der sowohl zahlreichen Touristinnen und Touristen als auch Einheimische anzieht.

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Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wollte ein Japaner den Fuji in der vergangenen Woche mit seinen beiden Söhnen besteigen. Als der 7-jährige und damit jüngere der beiden Söhne auf einer Höhe von etwa 2.000 Metern müde wurde, wurde das Kind dort alleine auf einem Wanderweg zurückgelassen.

Kind sollte acht Stunden auf seine Familie warten

Wie Medien übereinstimmend schildern, war der ältere Sohn offenbar vorausgegangen. Der Vater wies den 7-Jährigen dann an, „hier zu warten“. Der Plan war offenbar, das Kind auf dem Rückweg wieder einzusammeln, um dann gemeinsam den Heimweg anzutreten. Basierend auf dem restlichen Weg von dieser Stelle aus hätte sich daraus Schätzungen zufolge eine Wartezeit von etwa acht Stunden ergeben.

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Beim Warten wurden allerdings Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Berghütte auf den Jungen aufmerksam, die dann die Polizei verständigten. Der 7-Jährige wurde dann am Berg von der Polizei in Gewahrsam genommen. Dabei hatte das Kind zwar ein Getränk und einige Snacks bei sich, allerdings kein Geld.

Wanderer am Mount Fuji
Shutterstock / Sandra Foyt

7-jähriger Junge überstand das Warten am Fuji unversehrt

Laut dem Lokalsender SBS TV wurde das Kind an der insgesamt sechsten Station des Fuji gefunden. Als die Polizei dann den Vater des Jungen verständigte, war dieser etwa bis zur achten Station gekommen. Als die Behörden das Kind an seinen Vater übergaben, wurde dieser streng zurechtgewiesen. Der Mann soll sich entschuldigt und leichtsinniges Verhalten zugegeben haben.

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Welche Route die Familie für ihren Aufstieg gewählt hat, ist nicht bekannt. Offiziell gibt es vier Routen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bieten und jeweils zehn Stationen umfassen, wobei der Gipfel die zehnte Station darstellt. Die fünfte Station jeder Route wird häufig als Ausgangspunkt für Wanderungen genutzt, da dorthin noch mehrere Transportmöglichkeiten bestehen.

Ob das auch in diesem Fall so war und der Vater mit seinen beiden Söhnen entsprechend etwa eine Station gemeinsam zurückgelegt hatte, ist ebenfalls nicht bekannt. Grundsätzlich ist eine Besteigung von Anfang Juli bis Anfang September möglich.

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So reagiert das Netz auf den Vorfall

Die Geschichte ruft im Netz gespaltene Reaktionen hervor. Während ein Teil die Handlungen des Vaters verurteilt, gibt es auch verständnisvolle Stimmen. So schreibt eine Person bei Facebook: „Was soll der Vater denn machen? Er hat ihn an einer sicheren Stelle zurückgelassen und hätte ihn auf dem Rückweg wieder eingesammelt.“

Eine andere Person merkt an, dass niemand weiß, wie sich Vater und Sohn in der Situation genau verhalten haben und dass man entsprechend auch nicht darüber urteilen sollte. Vor allem, da ein weiterer Sohn, dessen Alter nicht bekannt ist, offenbar vorausgegangen war, äußern viele Verständnis dafür, dass der Vater die Wanderung nicht einfach an der Stelle abgebrochen hat.

Viele halten allerdings dagegen und fragen sich, warum ein 7-Jähriger überhaupt auf eine solche Wanderung mitgenommen wurde. „Was für eine Schnapsidee, ein Kind auf einen solchen Berg mitzunehmen“, schreibt jemand bei Reddit. Eine andere Person, die offenbar selbst schon einmal vor Ort war, ergänzt: „Ich bin selbst auf dem Fuji wandern gewesen, das ist keine Wanderung für 7-Jährige, auf keinen Fall! Nicht eine Frage von Disziplin oder Herausforderung, sondern einfach die Natur selbst.“