Die Eier der Asiatischen Tigermücke wurden zum ersten Mal im Jahr 2007 in Deutschland nachgewiesen. Fünf Jahre später folgten die ersten lebenden erwachsenen Mücken und schließlich im Jahr 2014 die erste Population in Freiburg. Seitdem muss man sich auch in der Bundesrepublik vor dem kleinen Insekt schützen.
Die Asiatische Tigermücke überträgt zahlreiche gefährliche Krankheiten. Seit 2014 wurde eine Ausbreitung in Bundesländern wie Hessen, Thüringen, Bayern, Berlin und Rheinland-Pfalz dokumentiert. Nun hat das Insekt auch Niedersachsen erreicht, denn kürzlich wurde eine erste Population in Hannover entdeckt. Das Landesgesundheitsamt bestätigte den Nachweis und erklärte, dass es sich um die erste Brutstätte in ganz Niedersachsen handelt.

Erste Population in Hannover entdeckt: Deshalb warnen Experten vor der Asiatischen Tigermücke
Die Population wurde in einer Regentonne festgestellt. Bisher hatte man lediglich einzelne Tiere gefunden. Experten warnen immer wieder vor dem Stich der Mückenart. Sie überträgt 20 Krankheitserreger, darunter das Dengue-Fieber, das Chikungunya-Fieber, das Zika-Virus sowie das Gelbfieber. Allerdings ist die Entdeckung der Population noch lange kein Grund zur Sorge, denn solange die Insekten nicht mit Erregern infiziert sind, gelten sie als harmlos. Das Risiko einer Infektion durch einen Stich ist in Mitteleuropa sehr gering. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn die Asiatische Tigermücke ist mit den heimischen Stechmücken nicht vergleichbar.
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Trotz Ausbreitung ist das Risiko „sehr gering“
Die „normale“ Mücke verfügt nicht über die biologischen Voraussetzungen, um die gefährlichen Krankheitserreger übertragen zu können. Die speziellen Viren können sich in den Stechmücken nicht vermehren oder in die Speicheldrüsen gelangen. Lediglich das sogenannte West-Nil-Virus kann auch durch die heimische Stechmücke übertragen werden. Deshalb gelten für die asiatische Variante andere Regeln. „Regelmäßig kehren Menschen von Reisen zurück, die entsprechende Erreger in sich tragen wie beispielsweise Chikungunya-, Dengue- oder Zikaviren. Je mehr Tigermücken hierzulande vorhanden sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass diese die Viren von Reiserückkehrern auch auf Menschen übertragen, die Deutschland nie verlassen haben“, erklärte Dr. Sonja Wolken, Parasitologin am NLGA.
Da man eine Infektion also nie ausschließen kann, sollte man sich mit entsprechenden Maßnahmen schützen. Dazu gehören:
- Mückensprays: Nutzen Sie Sprays mit den bewährten Wirkstoffen DEET, Icaridin oder Citriodiol für einen verlässlichen Schutz.
- Kleidung: Tragen Sie lange Hosen und langärmelige Oberteile in hellen Farben, da dunkle Farben Mücken eher anlocken können.
- Wiederholung: Tragen Sie Sprays nach dem Schwitzen oder Schwimmen erneut auf, da die Wirkstoffe wasserlöslich sind. Für empfindliche Haut gibt es spezielle Mittel.
- Fliegengitter: Installieren Sie passgenaue Insektenschutzgitter an Fenstern und Balkontüren.

