Man öffnet den Geschirrspüler, um den frisch gereinigten Inhalt herauszunehmen – und entdeckt Flugrost auf Besteck und Töpfen. Wer eine Spülmaschine hat, kennt das Gefühl vermutlich, das sich dann einstellt. Dabei entsteht der Flugrost in der Regel durch Geschirrteile, die eigentlich nicht in die Spülmaschine gehören. Durch die hohen Temperaturen und die Feuchtigkeit bildet sich auf diesen Teilen Rost, der abblättert und innerhalb der Maschine auf andere Objekte übertragen wird. In einigen Fällen ist auch der Geschirrspüler selbst betroffen.
Wer dann nicht schnell handelt, riskiert, dass sich der Rost dauerhaft festsetzt. Um das von vornherein zu vermeiden, kursiert ein Trick im Internet, für den man lediglich ein zusammengeknülltes Stück Alufolie benötigt. Berichten zufolge reicht schon ein Stück Folie aus. Diese nimmt den Flugrost auf und hält ihn so von anderen Geschirrteilen fern.
Als positiven Nebeneffekt soll die Alufolie außerdem Essensreste besser entfernen können. Zudem wird der Folie nachgesagt, dass sie im Geschirrspüler mit den Reinigungsmitteln reagiert, auf diese Weise Geschirr sowie Besteck zusätzlich zum Glänzen bringt und sogar angelaufenes Silber sichtbar reinigt. Aber stimmt das auch?
Alufolie im Geschirrspüler als Mittel gegen Flugrost
Wie nicht nur einige Videos zeigen, sondern wie auch Expertinnen und Experten erklären, funktioniert der Trick mit Blick auf das Flugrost-Problem wirklich. Die Alufolie kann also verhindern, dass sich der Rost im Geschirrspüler verbreitet. Das liegt daran, dass es sich um „unedles“ Metall handelt, auf dem sich der Rost eher festsetzt. Das gleiche Prinzip wird bei diversen Funktionsteilen, etwa bei Fahrzeugen, angewandt. Die sogenannte Opferanode aus unedlem Metall „opfert“ sich sozusagen, damit die edleren Teile rostfrei bleiben.
Wie etwa Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW dem Portal „myHomebook“ erklärt, bedeutet das aber noch lange nicht, dass man den Trick auch anwenden sollte. Dem Experten zufolge würden moderne Geschirrspülmittel den gleichen Effekt haben und Flugrost ebenfalls verhindern können. Statt auf Alufolie zu setzen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher eher prüfen, ob sie ihr Geschirrspülmittel wechseln oder die Dosierung ändern müssen.

Hartnäckige Essensreste in der Spülmaschine beseitigen
Was hingegen nicht stimmt, ist die gesteigerte Reinigungskraft, um Essensreste in der Spülmaschine besser vom Geschirr zu entfernen. Denn auch wenn die Alufolie durch das Wasser in der Maschine bewegt wird, fungiert sie deshalb noch nicht wie ein säubernder Schwamm. Und auch die chemische Reaktion mit den Mitteln führt nicht zu einer besseren Schmutzentfernung.
Gleiches gilt im Übrigen auch für Kalkränder, die teilweise auf Gläsern zu sehen sind, wenn man sie aus dem Geschirrspüler nimmt, da Aluminium keinen Einfluss auf Wasser und Kalk hat. Stattdessen sollte man auf Spülmaschinensalz und Klarspüler setzen. Gerade bei Kalkrückständen kann auch die Wasserhärte eine wichtige Rolle spielen.
Glänzendes Besteck dank Folien-Trick
Bei dem Thema mit dem glänzenden (Silber-)Besteck sieht die Sache hingegen wieder anders aus. Auch dabei kann die Alufolie aufgrund ihrer chemischen Reaktion mit den Reinigungsmitteln helfen. Speziell bei Silber reagieren die schwefelhaltigen Ablagerungen mit dem Aluminium, was das Silber aufhellt. Dafür braucht man theoretisch nicht einmal den Geschirrspüler.
Man kann das Besteck auch in eine mit Alufolie ausgelegte Form geben und – ohne dass sich die einzelnen Teile berühren – mit etwa 60 Grad warmem Wasser übergießen, bis die Teile bedeckt sind. Pro Liter Wasser fügt man anschließend zwei Esslöffel Salz hinzu. Zwei bis drei Minuten später sollte man das Besteck abspülen und es anschließend gründlich abtrocknen. Noch besser helfen allerdings Zitronensäure und Salz, gängige Silberbesteck-Reiniger oder sogar Backpulver, auch wenn man bei der Nutzung vorsichtig sein sollte.
Sollte man Alufolie in den Geschirrspüler legen?
Die Folie kann also tatsächlich eine Unterstützung bei der Reinigung sein. Dennoch rät Philip Heldt grundsätzlich davon ab. Denn beim Spülen lösen sich schnell kleine Schnipsel von der Alufolie ab, die dann wiederum dem Geschirrspüler schaden. Darüber hinaus produziert der Trick unnötig Müll; Alufolie ist ressourcen- und energieintensiv in der Herstellung und kann nach der Nutzung in der Spülmaschine auch nicht mehr einfach recycelt werden.
Wer regelmäßig mit Flugrost zu kämpfen hat, sollte deshalb eher auf Ursachenforschung gehen, als einfach Alufolie in den Geschirrspüler zu werfen. Häufig liegt die Ursache in für die Maschine nicht geeigneten Geschirrteilen wie etwa einem Sparschäler oder den Schrauben an einem Topf. Gegen Kalk und Essensreste hilft der Trick ohnehin nicht und Silber bekommt man anderweitig besser sauber.

