Die 6-jährige Alicia ist tot. Das Mädchen aus Osternienburg in Sachsen-Anhalt soll durch Misshandlung gestorben sein. Aktuell befindet sich der Lebensgefährte ihrer Mutter in Untersuchungshaft. Allerdings gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung. Was genau vorgefallen ist, muss erst noch ermittelt werden.
Fest steht bereits, dass schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt in Dessau erhoben wurden. Über 400 E-Mails sollen unbeantwortet geblieben sein. Darunter befanden sich auch Nachrichten über das verstorbene Mädchen. Die Absender haben auf eine mögliche Kindswohlgefährdung hingewiesen. Die Mails landeten jedoch in einem stillgelegten Postfach und wurden von den Mitarbeitern des Jugendamtes nie gelesen. Hätte Alicias Tod womöglich verhindert werden können?

Nach Tod der 6-jährigen Alicia: Vorwürfe gegen Jugendamt erhoben
Die Ermittler gaben nach der Obduktion der Leiche bekannt, dass die Sechsjährige an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma verstorben ist. Wie der Fernsehsender MDR berichtete, stammten die Warnmails von Alicias Mutter sowie von einer Kindertagesstätte. „Wir müssen Strukturen schaffen, um Gefahren zu minimieren. Strukturen, die sicherstellen, dass keine Informationen oder Anzeigen verloren gehen“, betonte Daniel Kemp, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Sachsen-Anhalt. Außerdem erklärte er, dass die Absender der Nachrichten nicht einfach davon hätten ausgehen sollen, dass die Mails angekommen sind. Weitere Maßnahmen seien nötig gewesen.
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Eine Mitarbeiterin betonte jedoch, dass keine Erklärung rechtfertigen würde, dass Nachrichten unbeantwortet blieben. Es sei entscheidend, diese Versäumnisse nun aufzuarbeiten. Auch die anderen Nachrichten müssen nun bearbeitet werden. Die Ermittler haben einen Unfall bereits ausgeschlossen. Der Lebensgefährte von Alicias Mutter soll den Einsatzkräften gesagt haben, dass das Mädchen gestürzt und auf ein Spielzeugauto gefallen sei. Die Behörden in Sachsen-Anhalt wollen nun neben den Ermittlungen auch die Abläufe im Jugendamt Dessau-Roßlau überprüfen.

