Normalerweise ist es gut, viele soziale Kontakte zu pflegen. Ein schöner Abend mit Freunden oder ein Weihnachtsfest mit der Familie, stärken die Verbindung und sorgen, eine harmonische Atmosphäre vorausgesetzt, für positive Emotionen. Insgesamt machen diese Treffen also glücklicher.
Doch eine neue Studie zeigt, dass auch der gegenteilige Effekt eintreten kann. Denn wer sich zu häufig mit seiner Familie oder auch mit Freunden und Kollegen trifft, kann die Gesundheit sogar schädigen. Prof. Dr. Olga Stavrova, Psychologin und Inhaberin des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der Universität Mannheim, hat genauer untersucht, wie oft man soziale Kontakte eigentlich pflegen sollte.

Familie und Freunde treffen: Wie gesund sind soziale Kontakte wirklich?
Insgesamt wurden die Daten von 50.000 Personen aus Deutschland ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass es weder gut ist, sich zu isolieren, noch sich täglich zu sehen. Die optimale Häufigkeit von Familientreffen und Verabredungen mit Freunden liegt der Studie zufolge bei einmal im Monat. Personen, die ihre Angehörigen täglich trafen, hatten mit ähnlich vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen, wie Menschen, die ihre Verwandten gar nicht trafen. Wer sich daraufhin statt nie, einmal im Monat traf, dessen Sterberisiko konnte um zehn Prozent gesenkt werden.
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Wer sich hingegen täglich traf, erhöhte das Sterberisiko um acht Prozent. Stavrova stellte sogar die These auf, dass sich die Qualität dieser Beziehungen verschlechtert, wenn man sich zu oft trifft. Denn nicht selten kann der Kontakt auch Stress verursachen. Was beispielsweise damit zusammenhängt, dass man sich streitet oder unter sozialem Druck steht. „Zu viel Sozialkontakt kann stressig sein, insbesondere wenn er mit Konflikten verbunden ist, und das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken“, erklärt die Autorin der Studie gegenüber der „Zeit“. Doch wer gesunde Grenzen zieht, auch mal an sich selbst denkt und Menschen trifft, die einem guttun, der kann seine Gesundheit fördern. Außerdem kommt es darüber hinaus auf die persönliche Situation oder das individuelle Empfinden an.
