Mittlerweile gibt es kaum noch eine Möglichkeit, sich gänzlich zurückzuziehen. Das Smartphone klingelt, eine E-Mail kommt an oder der Videocall am Notebook kann nicht warten. Diese ständige digitale Erreichbarkeit ist aber keinesfalls gesund. Was zuerst praktisch erscheinen mag, kann sich negativ auf die Psyche auswirken.
Immer mehr Arbeitnehmer sind zu Hause tätig. Sie nutzen ihr Home-Office oder arbeiten auf Reisen. Doch genau das führt dazu, dass die Freizeit sich mit den Pflichten vermischt. Im privaten Bereich ist der Digitalstress und somit auch die ständige Erreichbarkeit besonders präsent. Doch Psychologen warnen und machen darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, sich abzugrenzen.

Massiver Stressfaktor: Psyche leidet unter ständiger Erreichbarkeit
Denn der Digitalstress setzt Betroffene unbewusst ständig unter Druck. Man fühlt sich gezwungen, zu antworten oder eben doch den Hörer abzunehmen, auch wenn man längst Feierabend hat. Dass man immer verfügbar ist, wird mit der Zeit als selbstverständlich angesehen. Und genau dann beginnt der Teufelskreis. „Konzentrationsprobleme, eine verminderte Schlafqualität und Erschöpfungszustände kommen oft schleichend. Mitunter werden diese Symptome auf die leichte Schulter genommen. Langfristig wirken sie sich aber erheblich auf die mentale und körperliche Gesundheit aus“, erklärt die DAK-Psychologin Franziska Kath.
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Wer sich also erhofft, durch die ständige Erreichbarkeit besonders leistungsstark zu wirken, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn der Körper macht diesen Zustand nicht ewig mit. „Wer nicht abschaltet und sich bewusste Erholung gönnt, wird auch irgendwann während der Arbeitszeit weniger produktiv“, heißt es weiter. Ständige Unterbrechungen führen dazu, dass man sich immer wieder neu fokussieren muss. Irgendwann setzt die Erschöpfung ein. Schlimmstenfalls enden Betroffene sogar in einem Burnout.
Wie man sich vom digitalen Stress lösen kann
Psychologen raten deshalb zu einer „digitalen Balance“. Man sollte bewusst den „Nicht stören“-Modus nutzen, das Smartphone nicht mit ins Schlafzimmer nehmen, sich feste Zeiten einräumen, in denen man nicht erreichbar ist und die Reize so oft wie möglich minimieren. Dazu zählen auch Rituale zur Entspannung, wie zum Beispiel ein Spaziergang, Musik hören oder auch einen Kaffee trinken gehen – ganz ohne Handy.

