Bo Hooper leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung. Die psychische Erkrankung führt unter anderem dazu, dass man mit Symptomen wie Depersonalisation, Gedächtnisverlust und wechselnden Identitäten kämpft. Die Betroffene hat kürzlich offen über ihr Leben mit dieser Belastung gesprochen.
Immer häufiger wird auf die Folgen psychischer Erkrankungen aufmerksam gemacht. „Man sollte sich klarmachen, dass man mit all seinen Gefühlen und Gedanken in die Therapie kommen darf. Man kann dort eigentlich nichts falsch machen“, erklärte auch die Therapeutin Isabel Bohrn gegenüber der Zeit. Es handelt sich nicht mehr um ein Tabu und wird immer normaler, auch in den sozialen Medien nicht perfekt zu sein und die Community um Rat zu fragen, wenn man mit einer Angststörung, Panikattacken oder einer Depression kämpft.

Bo Hooper teilt Details: Was ist eine dissoziative Identitätsstörung?
Bo Hooper hat versucht zu beschreiben, wie es sich anfühlt, zwischen „25 Persönlichkeiten“ zu wechseln - in der Fachsprache auch Identitätsanteile oder Alters genannt. Die dissoziative Identitätsstörung wurde bei der jungen Frau im Alter von 19 Jahren diagnostiziert. Außerdem leidet Bo unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. „Es ist irritierend, zurückzukommen und plötzlich etwas anderes zu tragen. Man gewöhnt sich aber irgendwie langsam daran. Man beginnt, die Anzeichen dafür allmählich zu erkennen“, erklärte Hooper. Einerseits schaltet die Betroffene komplett ab, während ein anderer Anteil von ihr entscheidet, wie sie sich schminkt oder kleidet.
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„Ich habe ungefähr 25 bis 30. Wir sind uns da nicht ganz sicher. Das muss man in der Therapie genauer klären. Sie unterscheiden sich in Alter, sexueller Orientierung und Geschlecht“, heißt es weiter. Beispielsweise spricht Hooper von einem Anteil, der „immer sechs Jahre alt ist und alles liebt, was unschuldig ist“. Während ein anderer Anteil „Selbstbewusstsein pur verkörpert“. Manchmal wechselt Bo zehn Mal am Tag zwischen ihren Persönlichkeiten hin und her.
„Identitäten können sich erheblich unterscheiden“: Psychologen bieten Betroffenen Hilfe
„Bei der Störung sind zwei oder mehr getrennte Identitäten oder Persönlichkeitszustände in einer Person vorhanden. Diese Identitäten können sich erheblich voneinander unterscheiden, oft haben sie unterschiedliche Namen, Geschlechter, Altersstufen und Lebenserfahrungen“, erklären auch die Experten der Wicker-Kliniken. Zwar sei eine Therapie komplex, doch die Psychologen ermuntern Betroffene immer wieder dazu, mit einer Vertrauensperson zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Das ist in Deutschland auch im Rahmen der anonymen Telefonseelsorge möglich.
