Nach Kritik an Amira Aly: So gefährlich ist Sport während der Schwangerschaft wirklich

Amira Aly hat mehrere Videos veröffentlicht, die sie beim Krafttraining mit Babybauch zeigen. Das Internet reagierte empört – ist das begründet oder übertrieben?
Nach Kritik an Amira Aly: So gefährlich ist Sport während der Schwangerschaft wirklich
picture alliance

Moderatorin Amira Aly musste gerade einiges an Kritik einstecken, weil sie während ihrer Schwangerschaft trainiert. Die 33-Jährige ist momentan mit ihrem dritten Kind schwanger und hält sich dabei ganz offensichtlich weiter fit. Daran lässt sie auch ihre eine Million Followerinnen und Follower auf Instagram teilhaben, wo sie mehrere Trainingsvideos mit Babybauch veröffentlichte.

Die Reaktionen darauf fielen mitunter recht heftig aus. Zwar gibt es auch viel Zuspruch und positive Kommentare. Einige äußern sich aber auch besorgt, ob die Belastung dem Baby schaden könnte und manche kritisieren das Training auch scharf. Was ist dran an der Aufregung?

Das sagt die Wissenschaft zu Training während der Schwangerschaft

Tatsächlich sind sich Expertinnen und Experten einig, dass Sport und Schwangerschaft sehr gut zusammenpassen. So wurden inzwischen zahlreiche positive Effekte auf Körper und Psyche nachgewiesen, die Frauen während und auch nach der Schwangerschaft helfen. Zudem können einige Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen, Übelkeit und Kreislaufprobleme teilweise aktiv verhindert werden.

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So heißt es etwa bei der Deutschen Sporthochschule Köln: „Sport in der Schwangerschaft kann Depressionen vorbeugen, das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Rückenprobleme und starke Gewichtszunahme senken und das Wohlbefinden stärken.“ Auch der Geburtenverlauf selbst wird durch einen aktiven Lebensstil positiv beeinflusst. So hat eine Studie beispielsweise bereits 2018 nachgewiesen, dass regelmäßiges aerobes Training bei Schwangeren die gesamte Geburt im Schnitt um etwa eine Stunde verkürzt.

Auch für das Baby ergeben sich durch Training während der Schwangerschaft positive Effekte. Sportliche Aktivität verbessert nämlich die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung im Körper. Das fördert unter anderem die Entwicklung des Herz-Kreislauf-Systems des Nachwuchses.

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Eine Frau macht während der Schwangerschaft Sport
iStock / Photology1971

Wie sieht es bei Krafttraining aus?

Während also die Vorteile von Sport während der Schwangerschaft unumstritten sind, muss man natürlich auch betonen, dass jeder Körper anders funktioniert und entsprechend auch anders auf die außergewöhnlichen Umstände reagiert. Das bedeutet, dass es kein allgemeingültiges Rezept für Sport in dieser Phase gibt.

Eine wiederholte Kritik in den Kommentaren unter dem Video von Amira Aly bezieht sich vor allem darauf, dass die Moderatorin Krafttraining betreibt. Dabei gilt tatsächlich eine gewisse Vorsicht während der Schwangerschaft, was allerdings nicht bedeutet, dass eine auf Kraft ausgerichtete Trainingsform schädlich ist.

Gerade mit Blick auf Rückenschmerzen und eine generell starke Core-Muskulatur, die in dieser Phase von großem Vorteil sein kann, kann auch Krafttraining sehr sinnvoll sein. Expertinnen und Experten raten allerdings zur Vorsicht bei der Intensität. Zudem sollte man noch mehr als sonst auf Abbruchsignale wie Schmerzen oder Schwindelgefühle achten. Gegen gesundes und maßvolles Krafttraining ist überhaupt nichts einzuwenden.

So reagiert Amira Aly auf die Kritik an ihrem Training

Die Moderatorin hat inzwischen auf die Kritik reagiert und ist dabei selbst recht deutlich geworden. Ein anschließendes Video zeigt sie erneut beim Krafttraining. Dazu schreibt sie: „Mein Körper. Meine Schwangerschaft. Meine informierte Entscheidung.“ Sie verweist also explizit darauf, dass sie sich über das Thema informiert und eine bewusste Entscheidung getroffen hat. Anschließend erwähnt sie zudem selbst die Vorteile von ausreichend Sport und Bewegung in der Schwangerschaft, zu denen auch Krafttraining gehöre.

„Vielleicht sollten wir aufhören, Frauen ständig zu erklären, wie sie schwanger zu sein haben“, merkt sie abschließend an. Mit ihrer Erfahrung ist die Moderatorin im Übrigen nicht allein. Khloé Kardashian löste mit einem ähnlichen Video während ihrer Schwangerschaft 2017 einen Shitstorm aus und verwies anschließend darauf, dass die Übungen sogar explizit von ihrem Arzt empfohlen wurden.

Die australische Schauspielerin Madeleine West nutzte die Empörung über ihr Training während ihrer siebten Schwangerschaft, um über die positiven Auswirkungen von Sport auf den Blutdruck und auch auf die mentale Gesundheit aufzuklären. Ähnlich handhabten es auch Fitness-Influencerinnen wie Emily Breeze oder Yanyah Milutinović.