Nach „Ghosting“ und „Submarining“ sind die toxischen Dating-Trends subtiler geworden. Der Partner verschwindet nicht plötzlich und bricht den Kontakt ab, er weiß nicht, was er will und zieht sein Gegenüber mit in das Chaos hinein. Deshalb hat sich der neue Trend „Placeholder Partner“ etabliert.
Aktuell breitet sich dieses Phänomen immer weiter aus. In den sozialen Medien wird das ungute Gefühl, nur ein Platzhalter zu sein, gerade intensiv diskutiert. Viele Paare sind nur zusammen, weil sie nicht allein sein wollen. Auch beim Dating kommt es immer häufiger vor, dass die Warmhaltetaktik angewendet wird, bis er oder sie etwas „Besseres“ gefunden hat.

Das steckt hinter dem neuen Trend „Placeholder Partner“
Einige Singles suchen allerdings von Beginn an nach einem „Placeholder Partner“. Sie wollen mit der Person keine Zukunft planen, sondern nur kurzfristig eine gute Zeit verbringen, um sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Ähnlich wie bei der Beziehung, die nur für die Weihnachtsfeiertage geführt wird, wollen Betroffene auch hier oft aus gesellschaftlichen Gründen nicht solo bleiben. Es ist besser, einen Partner oder eine Partnerin zu haben als allein da zu stehen, oder etwa nicht?
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Genau diese Frage stellen sich aktuell hunderte User auf TikTok, Reddit und Co. Betroffene schütten anderen Usern ihr Herz aus und fragen, ob es normal ist, dass der Partner zwar da ist, aber immer auf Distanz bleibt. Manchmal äußert der Partner sogar, wen oder was er sich eigentlich wünschen würde, was dazu führt, dass Betroffene Selbstzweifel entwickeln, da sie der scheinbar „perfekten Vorstellung“ des anderen nicht entsprechen. Oft investiert man darüber hinaus mehr in die Beziehung als der andere. Wer sich wie ein „Placeholder Partner“ fühlt und unglücklich ist, sollte die Situation nicht hinnehmen. Dauerhaft entwickelt sich eine toxische Dynamik, denn nicht selten bekommt man die Unzufriedenheit des Gegenübers durch subtile Sticheleien zu spüren, bis die Beziehung schließlich in Streit und Trennung mündet.
Experten warnen vor dem Feststecken in einer „Übergangsbeziehung“
Oft geben sich die „Placeholder Partner“ die alleinige Schuld. Deshalb sollte man nicht in einer solchen Partnerschaft bleiben, sondern das Gespräch suchen und schon vor der Eskalation getrennte Wege gehen. „Ehe man sich versieht, steckt man monatelang, wenn nicht jahrelang, in einer Beziehung, und diese Übergangsbeziehung ist vertraut und normal geworden“, warnt die Beziehungsexpertin Louize Yafai. „Man hofft, dass der andere den eigenen Wert erkennt.“ Doch genau da liegt der Fehler, denn es hat eigentlich von Anfang an nicht gepasst.

