„Ozempic-Face“: Nährstoffe sollen gegen unangenehme Nebenwirkung helfen

Wer abnimmt, verliert oft nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse und Spannkraft im Gesicht. Nestlé will mit neuen Produkten gegen das „Ozempic-Face“ vorgehen. Was hinter dem Ansatz steckt und warum Fachleute skeptisch auf die neue Strategie blicken.
„Ozempic-Face“: Nährstoffe sollen gegen unangenehme Nebenwirkung helfen
Dragon Images/Shutterstock

Immer mehr Menschen nutzen Abnehmspritzen von Novo Nordisk oder Eli Lilly. Doch Ozempic und Co. können auch unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Neben ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden gehören dazu auch harmlose, aber unangenehme Effekte wie das sogenannte „Ozempic-Face“.

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Genau diesem Problem will der Lebensmittelkonzern Nestlé nun entgegenwirken. „Es ist eine riesige Chance für unser Unternehmen“, erklärte der Technologie-Chef Stefan Palzer. Eigentlich sorgen die Abnehmspritzen dafür, dass man weniger Hunger verspürt, wodurch die Kundschaft von Nestlé schrumpfen könnte. Doch der Konzern will genau diesen Nachteil wieder ausgleichen und Betroffenen helfen. Denn der schnelle Gewichtsverlust kann dazu führen, dass auch die Muskelmasse deutlich schrumpft oder die Haut plötzlich schlaff wird.

Person hält eine Spritze Ozempic in der Hand
Caroline Ruda/Shutterstock

Lebensmittelkonzern Nestlé entwickelt Produkte gegen das „Ozempic-Face“

Der Moment, in dem man sich über seine neue schlanke Figur und über einen besseren Gesundheitszustand freut, wird somit schnell getrübt. Beim „Ozempic-Face“ geht es speziell um die Erschlaffung der Gesichtshaut. Nestlé hat mit Hilfe von KI klinische Studien ausgewertet und Nährstoffkombinationen erforscht. Kürzlich wurden bereits Produkte mit Kollagen-Protein entwickelt. Bei Kollagen handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Eiweiß im Körper. Es dient als stützendes Gerüst für Haut, Knochen, Sehnen und Bänder. Die Produkte sollen diesen natürlichen Prozess unterstützen und Haut und Haare stärken. Auch ein spezieller Protein-Shake steht zur Verfügung, um Muskelschwund vorzubeugen.

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Mehr dazu: Ozempic Divorce: Warum sich Personen nach einem Gewichtsverlust eher trennen

Experten äußern Kritik an neuer Marketing-Strategie

Allerdings wird dieser Ansatz von einigen Experten kritisiert. „Es ist ziemlich traurig, dass wir uns immer wieder neuen Produkten zuwenden, die teurer sind als vollwertige, frische Lebensmittel“, erklärte beispielsweise Amanda Avery, Professorin für Diätetik an der Universität Nottingham. Zudem wird schon länger davor gewarnt, dass die Wirkungen von Kollagen-Nahrungsergänzungsmitteln kaum belegbar seien. Avery sagt, dass sich Betroffene stark vom Marketing beeinflussen lassen. Darüber hinaus können auch Nährstoffpräparate für unangenehme Nebenwirkungen sorgen. Man sollte vor der Einnahme mit dem behandelnden Arzt sprechen und sich individuell beraten lassen.

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