Ozempic: So schwer sind die Nebenwirkungen der Abnehmspritze

Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy erfreuen sich auch weiterhin großer Beliebtheit. Allerdings haben die Arzneimittel nicht nur Vorteile. Warum auch Experten vor Nebenwirkungen warnen.
Ozempic: So schwer sind die Nebenwirkungen der Abnehmspritze
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Der Hype um die Abnehmspritze Ozempic reißt nicht ab. Das Arzneimittel wird primär gegen Typ-2-Diabetes eingesetzt, kommt aber auch bei Übergewicht ab einem bestimmten BMI-Wert zum Tragen. Angeblich soll es besser wirken als jede Diät und hat sich zu einer Art „Mode-Pharmazeutikum“ entwickelt.

Allerdings kann Ozempic auch schwere Nebenwirkungen verursachen, die insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung auftreten. Genau davor warnte beispielsweise Lottie Moss, die aufgrund der Anwendung im Krankenhaus landete. Sie verabreichte sich die Spitzen selbst, ohne vorher mit einem Arzt darüber gesprochen zu haben. Da Lottie sowieso schlank war, kam es zu einer gefährlichen Überdosierung. Der in Ozempic enthaltene Wirkstoff nennt sich Semaglutid und ist in den USA sowie in Europa sowohl für Diabetiker als auch für schwer übergewichtige Personen zugelassen. Innerhalb von eineinhalb Jahren sollen so rund 15 Prozent der Kilos purzeln. 

Person hält Ozempic Spritze in der Hand
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Die Abnehmspritze Ozempic hat einen Hype ausgelöst

Der Wirkstoff fördert die Freisetzung des Insulins im Körper und senkt somit den Blutzuckerspiegel. Dieser Mechanismus führt zu einem stärkeren Sättigungsgefühl, das Personen mit Übergewicht beim Abnehmen hilft. Das Semaglutid gilt als künstlicher Nachbau des Hormons GLP-1 und bremst das Hungergefühl im Gehirn. Allerdings kann der Körper nicht nur mit Appetitlosigkeit auf das Arzneimittel reagieren. Besonders häufig treten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. In einigen Fällen sind diese Symptome so schwer ausgeprägt, dass die Betroffenen stark darunter leiden oder es sogar gefährlich werden kann und eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist.

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Auch Experten machen auf Nebenwirkungen aufmerksam

Zudem warnt die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA vor Ozempic, da es unter Verdacht steht, das Risiko für Schilddrüsenkrebs zu erhöhen. Klinische Studien am Menschen konnten diesen Verdacht jedoch bisher nicht bestätigen. Was erst kürzlich für eine Diskussion sorgte, sind die negativen Auswirkungen auf die Augen. In seltenen Fällen kann Semaglutid eine sogenannte nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION) auslösen. Dabei handelt es sich um einen Augeninfarkt, der schlimmstenfalls zur Erblindung führen kann. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Sehstörungen und Augeninfarkte als seltene Risiken eingestuft. Zu den weiteren gefährlichen Nebenwirkungen zählen allergische Reaktionen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Gallensteine.

Mehr dazu: Wegovy: Neue Abnehmpillen sollen nach Europa kommen

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„Wenn man in den Insulinhaushalt eingreift, kann das natürlich gravierende Nebenwirkungen haben. Dann kommt es zu so Dingen wie Darmverschlüssen, die schon als Nebenwirkungen beschrieben worden sind, oder auch Pankreaskarzinom. Das ist wirklich nicht witzig“, warnte auch Dr. med. Afschin Fatemi. Es sei deshalb wichtig, das Medikament nicht leichtfertig zu verschreiben. Zwar seien diese schweren Nebenwirkungen selten, doch er riet seinen Kollegen „kritisch mit dem Präparat umzugehen und es nicht einfach kritiklos den Patienten in die Hand zu drücken.“ Wer während der Behandlung Symptome feststellt, sollte sich umgehend an einen Arzt wenden.