Ist „Monkey-Branching“ schon Fremdgehen? Singles streiten über neues Phänomen

Vom einer Person zur nächsten schwingen wie ein Affe von Liane zu Liane: „Monkey-Branching“ ist der neue, toxische Trend, der viele Singles verzweifeln lässt. Ist das bereits Fremdgehen oder nur eine miese Taktik?
Ist „Monkey-Branching“ schon Fremdgehen? Singles streiten über neues Phänomen
Pixel-Shot/Shutterstock

Nicht nur Ghosting gilt als toxischer Dating-Trend, mittlerweile haben sich noch viel perfidere Taktiken etabliert, über die sich zahlreiche Singles im Netz beschweren. Dazu gehört auch das sogenannte „Monkey-Branching“. Es handelt sich um ein Phänomen, das mittlerweile auch immer häufiger in Beziehungen vorkommt.

Beim „Monkey-Branching“ schwingt sich eine Person metaphorisch gesehen wie ein kleiner Affe von Liane zu Liane. Während er eigentlich noch an der ersten Liane hängt, ist er schon mit Schwung auf die Nächste aus. Genau das passiert auch beim Dating. Der- oder diejenige beginnt bereits eine Beziehung oder eine Affäre mit der nächsten Person, während das vorherige Verhältnis nicht losgelassen beziehungsweise beendet wird.

Symbolbild für Monkey-Branching: Mann und Frau küssen sich
LightFieldStudios/Shutterstock

„Monkey-Branching“ wird zum neuen toxischen Dating-Trend

Man könnte „Monkey-Branching“ auch die komplexere Form des Warmhaltens nennen. Denn der „Brancher“ will auf keinen Fall allein sein. Er bleibt in der aktuellen Partnerschaft, hält die Ex warm, während er schon mit einer neuen Frau schreibt. Erst wenn er sich sicher ist, macht er Schluss. Gleiches gilt fürs Dating. Eigentlich weiß derjenige schon, dass weitere Treffen keine Zukunft haben werden. Allerdings lässt er nicht los, während schon die nächsten potenziellen Partner oder Affären getroffen werden.

Anzeige

Mehr dazu: Glückliche Beziehung - 777-Regel soll Liebe neu entfachen

Deshalb stellen sich viele Singles die Frage: Ist „Monkey-Branching“ Fremdgehen? Während sich die einen sicher sind, glauben die anderen, dass zum Fremdgehen unbedingt ein intimer oder sexueller Kontakt gehört. Wo Fremdgehen anfängt, lässt sich allgemein nicht so einfach beantworten. Für manche Menschen ist es schon zu viel, wenn man sich in den sozialen Medien Fotos ansieht oder aber zu häufig mit einem bestimmten Freund telefoniert. „Vielleicht geht sie nicht fremd, aber sie weiß schon, wer der Nächste ist“, schreibt eine Userin auf Instagram.

Anzeige

Was ist Fremdgehen? Die Meinungen gehen auseinander

Genau wie Gaslighting und Ghosting ist auch dieses neue Phänomen toxisch für den Verlassenen und auch genauso für den neuen Partner. Denn häufig sind sich die „Brancher“ gar nicht sicher, was sie überhaupt möchten. Sie brauchen die Kontrolle und wollen auf keinen Fall allein dastehen. Die Bedürfnisse des Umfelds geraten also in den Hintergrund. Wie kann man also vermeiden, an einen „Brancher“ zu geraten? „Die Grundvoraussetzung lautet, dass man verstanden haben sollte, welches Verhalten einer anderen Person gesund für einen selbst ist. Liegt diese Erkenntnis nicht vor, ziehen wir immer wieder jene Menschen an, die ein gewohntes, aber ungesundes Muster mitbringen“, erklärte die Psychologin Linda-Marlen Leinweber in einem Interview.