Immer mehr Jugendliche wollen auswandern: „Ernstzunehmendes Signal“

Die neue Jugendstudie 2026 offenbart eine besorgniserregende Tendenz. Immer mehr junge Menschen sehen ihre Zukunft nicht mehr in Deutschland. Sie wollen lieber auswandern. Das sind die Gründe.
Immer mehr Jugendliche wollen auswandern: „Ernstzunehmendes Signal“
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Zahlreiche Jugendliche wollen Deutschland verlassen. Sie denken schon in jungen Jahren ans Auswandern und fühlen sich in der Bundesrepublik unwohl. Das zeigt die neue „Jugendstudie 2026“ von Simon Schnetzer. Ein Fünftel der 14- bis 29-Jährigen hat sogar schon konkrete Pläne, in ein anderes Land zu ziehen.

41 Prozent der Studienteilnehmer können sich vorstellen, künftig im Ausland zu leben. Es wurden insgesamt 2000 Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren befragt. Studienautor Kilian Hampel erklärte, dass es nicht selten vorkommt, dass junge Menschen zu Beginn ihres Berufslebens darüber nachdenken, erst einmal die Welt zu sehen.

Symbolbild: Jugendliche wollen Deutschland verlassen
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Studie zeigt: Zahlreiche Jugendliche wollen Deutschland verlassen

Allerdings handelt es sich um einen hohen Anteil, der als „ernstzunehmendes Signal“ gewertet wird. Hinter der Entwicklung stecken laut Hampel unter anderem die fehlenden Zukunftsaussichten in Deutschland. Die Befragten gaben an, dass sie nicht damit rechnen, dass in den kommenden Jahren eine Verbesserung in entscheidenden Lebensbereichen eintreten wird. Hampel erklärt, dass „eine höhere Lebensqualität, eine funktionierende Infrastruktur oder ein entspannteres Lebensmodell“ dafür sorgen, dass andere Länder attraktiver erscheinen als Deutschland.

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Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass es Unterschiede bei den Geschlechtern gibt. 25 Prozent der jungen Männer wollen auswandern und haben bereits konkrete Pläne, während es bei den Frauen nur 17 Prozent sind. Auch die psychische Gesundheit stand bei den Untersuchungen im Fokus. 29 Prozent der Jugendlichen gaben an, das Gefühl zu haben, eine psychische Behandlung zu benötigen. Zudem lässt sich ein Drittel der Befragten bei persönlichen Problemen von Chatbots wie ChatGPT beraten.

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„Das Smartphone ist für viele nicht nur ein Werkzeug, sondern etwas, das sie nicht mehr loslassen können“, erklärte Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie. Ob sich die Situation in Deutschland in den kommenden Jahren noch einmal so verändern wird, dass sich der Trend umkehren lässt, bleibt abzuwarten.