Mit mehr als 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr gehört Hautkrebs zu den am häufigsten auftretenden Krebsarten in Deutschland. Statistisch gesehen erkrankt hierzulande etwa jeder siebte Mann und jede neunte Frau bis zum Alter von 75 Jahren an der einen oder anderen Form von Hautkrebs.
Dabei sind nicht nur die Gene ausschlaggebend, sondern verschiedene Faktoren. So hat der Körper beziehungsweise die Haut je nach Typ eine gewisse Eigenschutzzeit, in der sie auch ohne Sonnenschutz auskommt. Darüber hinaus spielen auch einige äußere Bedingungen wie die Jahreszeit eine Rolle. Und am wichtigsten: Wie stark ist die Haut UV-Licht ausgesetzt?
Warum UV-Licht Hautkrebs verursachen kann
Sogenanntes UV-Licht beziehungsweise UV-Strahlung wirkt sowohl auf die Augen als auch auf die Haut, wo sie von Zellen absorbiert wird. UV steht dabei für ultraviolett, was sich auf die Wellenlängenbereiche bezieht, in denen sich die Strahlung bewegt. Im Fall von UV ist das der Bereich zwischen 100 und 400 Nanometern; das ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung, wie auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erklärt.
UV-Strahlung ist für Menschen unsichtbar und grundsätzlich schädlich. Dabei gilt: Je kürzer die Wellenlänge, desto mehr Energie, desto schädlicher sind die Strahlen. Die UV-Strahlen der Sonne werden noch einmal in die Bereiche A bis C unterschieden, wobei UV-A die längerwelligste Strahlung hat, während UV-C besonders energiereich ist.
UV-Strahlung ist krebserregend, weil die energiegeladenen Strahlen nicht nur von den Zellen aufgenommen werden, sondern dort auch Erbgut (DNA) beschädigen. Dabei kommt es darauf an, ob diese Beschädigung mehrfach passiert und wenn ja, in welchem Ausmaß. Ab einem gewissen Punkt versagen die körpereigenen Mechanismen zur Reparatur der Zelle, was zu einer Entartung und unkontrolliertem Wachstum führen kann, was wiederum Hautkrebs verursacht.

Verschiedene Hauttypen bieten auch unterschiedlichen Sonnenschutz
Dass das nicht direkt passiert, wenn die Haut in Kontakt mit Sonnenstrahlen kommt, liegt auch am körpereigenen Schutz vor UV-Licht. Dieser schützt die Haut für eine gewisse Zeit auch ohne Sonnenschutz vor der Strahlung. Dabei wird in sechs verschiedene Typen unterschieden, wie das BfS berichtet:
- Typ 1: helle Haut und rötliche Haare (oft Sommersprossen) – bis zu 15 Minuten Schutz
- Typ 2: helle Haut und helle Haare (manchmal Sommersprossen) – 15 bis 25 Minuten Schutz
- Typ 3: mittelhelle Haut sowie überwiegend dunkle Haare und Augen – 25 bis 40 Minuten Schutz
- Typ 4: bräunliche Haut und dunkelbraune bis schwarze Haare – länger als 40 Minuten Schutz
- Typ 5: dunkelbraune Haut und oft schwarze Haare – länger als 60 Minuten Schutz
- Typ 6: dunkelbraune bis schwarze Haut – länger als 60 Minuten Schutz
Diese Zahlen liefern zumindest grobe Richtwerte, allerdings ist etwa auch entscheidend, ob Frühling oder Sommer ist. Nach dem sonnenarmen Winter muss sich die Haut nämlich erst wieder an die Sonneneinstrahlung gewöhnen, was sie potenziell empfindlicher macht. Deshalb muss man im Urlaub in sonnigen Gefilden besonders in der Winterzeit aufpassen.
Besondere Gefahr besteht im Übrigen bei Sonnenbränden. Eine Studie der Warren Alpert Medical School der Brown University hat aufgezeigt, dass noch vor dem 20. Lebensjahr fünf Sonnenbrände ausreichen, um das Hautkrebsrisiko um teilweise bis zu 80 Prozent ansteigen zu lassen. Die Studie bezieht sich ausschließlich auf schwere Sonnenbrände mit Blasenbildung.
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Die positiven Effekte von Sonnenstrahlen auf den Körper
Neben Hautkrebs hat UV-Strahlung auch noch andere negative Auswirkungen. So wird unter anderem die Hautalterung begünstigt, genauso wie die Bildung von Falten. Es gibt aber auch messbare positive Auswirkungen.
Vor allem liefert die Sonne natürliches Vitamin D beziehungsweise versetzt sie den menschlichen Körper in die Lage, dieses selbst zu produzieren. Dafür reichen laut Robert Koch Institut (RKI) bereits zwei bis dreimal pro Woche zehn bis 15 Minuten Sonne auf Gesicht und Armen aus. Vitamin D ist wiederum wichtig für den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel. Es stärkt die Knochen, schützt die Muskeln und ist zudem gut für das Immunsystem.
Auch für die Durchblutung ist Sonne wichtig, was zu einer generell gesteigerten Leistungsfähigkeit führt. Dazu kommt, dass die Strahlen Glückshormone freisetzen, was dazu führt, dass man sich gut fühlt und gute Laune hat.

Hautkrebsrisiko vor allem durch Sonnenbaden enorm
Unterm Strich kann man also festhalten, dass man die Sommersonne aufgrund des Hautkrebsrisikos nicht komplett meiden sollte, da sie verschiedene positive Effekte hat. Man muss auch keine Angst haben, sofort negativen Auswirkungen ausgesetzt zu sein, wenn man ohne Sonnenschutz das Haus verlässt, wobei der Eigenschutz enorm vom Hauttyp abhängt.
Allerdings besteht vor allem beim Sonnenbaden – also längerem Liegen bei direkter Einstrahlung – eine erhöhte Gefahr, die man unbedingt ernst nehmen sollte. Deshalb sollte man dabei niemals auf Sonnencreme verzichten, die man am besten in zwei kleinen Schichten statt in einer großen aufträgt. Zudem sollte man den Sonnenschutz alle zwei Stunden und auch nach dem Baden unbedingt erneuern, wie der bekannte deutsche „Skinfluencer“ Leon auf seinem Profil „xskincare“ erklärt.
Empfehlenswert ist Sonnenbaden allerdings grundsätzlich nicht. Denn auch, wenn Sonnenbräune als ästhetisch und teilweise sogar als gesund verkauft wird, ist sie das nicht. Expertinnen und Experten betonen immer wieder, dass es aus medizinischer Sicht überhaupt keine gesunde Bräune gibt. Die dunklere Färbung der Haut entsteht nämlich durch Melanin. Dieses wird von der Haut zum Schutz vor UV-Strahlung gebildet und ist bereits ein sichtbarer Hinweis auf Zellschädigung.

