Unerwartete Gründe: Darum frieren manche schneller als andere

Das persönliche Kälteempfinden hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige davon kann man nicht ändern, viele hingegen schon.
Unerwartete Gründe: Darum frieren manche schneller als andere
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Während einigen Personen die Kälte nichts ausmacht, frieren andere trotz dicker Kleidung sehr schnell. Kälte fühlt sich also offenbar nicht für alle gleich an beziehungsweise hat jeder eine individuelle Grenze, unter der eine Person dann friert, während oberhalb noch alles in Ordnung ist. Dabei spielen mehrere körperliche Faktoren eine Rolle, das persönliche Kälteempfinden ist bis zu einem gewissen Grad aber auch eine Gewöhnungssache. Und auch die aktuelle Verfassung ist essenziell.

Eine wesentliche Grundvoraussetzung für persönlichen Kälteschutz und damit das Kälteempfinden ist der Körperbau. Wer eine kräftige Muskulatur hat, friert auch weniger schnell, weil Muskeln mehr Wärme produzieren als anderes Gewebe. Deshalb frieren im Durchschnitt auch Frauen schneller als Männer. Dazu kommt, dass im Geschlechtervergleich Männer im wahrsten Sinne des Wortes eine dickere Haut haben. Sie kühlen dadurch weniger schneller aus. Frauen haben zudem eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse, was den Wärmeverlust zusätzlich begünstigt. Übrigens kann auch Fett bei Kälte hilfreich sein, da es eine isolierende Wirkung hat. Darüber hinaus gibt es noch andere, weniger offensichtliche Faktoren.

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Warum Menschen Kälte unterschiedlich wahrnehmen

So sind auch das Alter und der generelle Gesundheitszustand entscheidend. Aufgrund des bereits genannten Faktors der Muskelmasse frieren ältere Menschen meistens schneller, weil sie weniger Muskeln und auch eine dünnere Haut haben. Zudem sinkt im Alter auch der generelle Grundumsatz eines Körpers und damit auch seine Wärmeproduktion. Personen mit einem niedrigen Blutdruck leiden ebenfalls schneller unter Kälte und nehmen diese intensiver wahr.

Eine hohe Kälteempfindlichkeit und ständiges Frieren können aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Wer zum Beispiel unter Eisenmangel leidet oder eine Schilddrüsenunterfunktion hat, friert deutlich schneller als andere. Zudem gibt es auch bei Kälte einen gewissen Gewöhnungseffekt. Denn wenn man regelmäßig niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist, passt sich der Körper dahingehend an, dass er mehr Unterhautfettgewebe bildet, was die Kälteempfindlichkeit reduziert.

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Was man gegen ständiges und akutes Frieren tun kann

Wer also ständig friert, kann aktiv dagegen vorgehen. Am besten und kurzfristigsten hilft dabei Bewegung, weil dadurch die Durchblutung angeregt wird. Je mehr Muskelmasse man beispielsweise durch Kraftsport aufbaut, desto besser ist man auch gegen Kälte geschützt. Wenn man sich gegen das Frieren warm einpackt, dann sollte man das zudem effizient machen. Zudem sollte man bedenken, dass Müdigkeit das Frieren fördert. Denn in erschöpftem Zustand kann der Körper die Temperatur nicht mehr so gut regulieren und der Stoffwechsel wird allgemein ein wenig nach unten gefahren. Wer wach und ausgeruht ist, friert also auch weniger.

Wer vor allem seinen Rumpf und die Oberschenkel warmhält, friert generell weniger. Am besten trägt man deshalb als kälteempfindliche Person zwei Schichten am Oberkörper und draußen sowohl einen Schal als auch eine längere Jacke oder bestenfalls einen Mantel. Im Sitzen hilft hingegen eine wärmende Decke auf dem Schoß – das hilft im Zweifel sogar besser gegen kalte Füße als dicke Socken.