Können Freundschaften tatsächlich zu teuer werden? Ein Kinobesuch, das lange Wochenende am Strand oder der Shoppingtrip können ganz schön ins Geld gehen. Deshalb diskutieren immer mehr Menschen über die Frage, inwieweit die sogenannte Friendflation Freundschaften belasten kann.
Denn schließlich fühlt man sich unter Druck gesetzt, wenn man mit der Clique mithalten möchte, einem aber das nötige Geld fehlt. Dabei handelt es sich nur um eines von vielen Problemen, die folgen können. Der Begriff Friendflation setzt sich auf „Friend“ und „Inflation“ zusammen. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Trends entwickelt, die dazu geführt haben, dass man für die Unternehmungen mit Freunden mehr Geld aufwendet.

Friendflation: Kann man sich Freundschaft nicht mehr leisten?
Dahinter stecken natürlich auch die sozialen Medien. Denn wer möchte nicht gerne ein Foto aus dem Pool posten oder der Freundin einen tollen Junggesellinnenabschied organisieren? Früher traf man sich eher zu Hause oder auf einen Spaziergang, während heute oft der Restaurantbesuch ein Muss ist. Die sozialen Erwartungshaltungen sind anders als noch vor einigen Jahren und der Druck, sich zu präsentieren, ist viel größer geworden. Verdient man nun beispielsweise weniger als der Rest der Gruppe, zieht man sich schlimmstenfalls zurück, weil man an den Unternehmungen gar nicht teilnehmen kann.
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Im Netz rufen deshalb auch einige User in den sozialen Medien dazu auf, wieder mehr Ausflüge zu planen, die nicht so teuer sind und jeden gleichermaßen miteinbeziehen. Freundschaften sollen nicht zum Stresstest werden oder Druck auf den anderen ausüben. Insbesondere die jüngere Generation ist von dem Phänomen Friendflation betroffen. „Millennials und Gen Z sind mit Social Media groß geworden, sie vergleichen sich permanent. Ältere Generationen lassen sich weniger davon beeinflussen, weil sie in stabileren Freundschaften leben und ihr Selbstwertgefühl nicht so sehr an Statussymbole koppeln“, erklärte die Finanzexpertin Margarethe Honisch gegenüber ntv.
Expertin betont: „Freundschaft bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen“
Honisch erklärt auch, dass es wichtig ist, offen über Geld zu sprechen. „Freundschaft bedeutet, sich gegenseitig zu unterstützen, und dazu gehört auch, über Geld zu reden.“ Ähnlich wie beim Dating wünschen sich immer mehr Menschen, dass Status und materielle Dinge wieder in den Hintergrund gedrängt werden. Viel wichtiger ist es, sich spontan zu verabreden, ein offenes Ohr zu haben und gemeinsam Lachen zu können. Ob man etwas unternimmt oder was man unternimmt, sollte nicht im Mittelpunkt stehen. Seinen Freunden muss man nichts beweisen, denn sie sind gerade dann da, wenn es eben nicht gut läuft.

