Nach Atemstillstand: Betroffener spricht über Nahtoderfahrung – „Sowas habe ich noch nie erlebt“

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Während Forscher nach neurologischen Erklärungen für Nahtoderlebnisse suchen, berichten Betroffene von mystischen Begegnungen. Ein Mann aus Bayern sprach offen über seine persönliche Erfahrung.
Nach Atemstillstand: Betroffener spricht über Nahtoderfahrung – „Sowas habe ich noch nie erlebt“
Shutterstock AI

Eine Nahtoderfahrung ist ein einschneidendes Erlebnis. Forscher haben herausgefunden, dass viele Menschen ähnliche Dinge sehen, wenn sie sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden. Sie glauben, dass dieses Phänomen unter anderem mit einem Sauerstoffmangel im Gehirn zusammenhängt.

Auch Dieter aus Bayern ist beinahe gestorben. Er hat, wie viele andere ebenfalls, ganz offen über seine Nahtoderfahrung gesprochen. Im April 2013 erlitt der 74-Jährige einen längeren Atemstillstand. Hintergrund war seine schwere Schlafapnoe. Er berichtet, dass er sich an ein angenehmes und schönes Gefühl erinnert. Dann habe er seine verstorbene Freundin in einem weißen Kleid gesehen.

Symbolbild für eine Nahtoderfahrung
Spectral-Design/Shutterstock

Betroffener berichtet: Eine Nahtoderfahrung verändert das ganze Leben

„Sowas habe ich noch nie erlebt“, erklärte er gegenüber der AZ. Dieter war davon überzeugt, dass er tot sei. Doch er überlebte und widmet sich dem Thema heute noch intensiv. „Ich weiß jedes Detail, das war so einschneidend“, heißt es weiter. „Dann bin ich wieder zu mir gekommen, mein Gesicht war tränennass, es war halb fünf Uhr morgens.“ Allerdings handelt es sich bei einer Nahtoderfahrung um ein gänzlich subjektives Erlebnis. Dieter hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen, die sich in derselben Situation befinden, zu helfen und hält heute regelmäßig Vorträge.

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Weißes Licht und düstere Tunnel: Forscher versuchen Nahtoderlebnisse zu erklären

„Fast alle Personen, die eine Nahtoderfahrung machen, berichten von einem Gefühl der Leichtigkeit, des Wohlbefindens und des Friedens“, sagt auch der Anästhesist und Intensivmediziner Dr. Ulrich Fauth. Etwa 90 Prozent der Nahtoderlebnisse sind Fauth zufolge angenehm. „Manche Menschen denken, dass Nahtoderlebnisse ein Hinweis auf ein Leben nach dem Tod sind. Andere sagen, das habe mit dem Jenseits überhaupt nichts zu tun und wir könnten uns alle Phänomene wissenschaftlich erklären“, heißt es weiter.

Eine abschließende Erklärung gibt es noch nicht, aber zahlreiche Ansätze. „Ein Ansatz ist, dass unsere sehr komplexe Hirnfunktion bei Sauerstoffmangel in einer Art und Weise gestört wird, dass es zu den Illusionen der Nahtoderlebnisse kommen kann“, sagt Fauth. Es wird auch weiterhin intensiv untersucht, was eigentlich genau passiert, während man stirbt. Doch bisher konnte lediglich ein geringer Anteil abschließend erklärt werden.

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