Rund 1,8 Millionen Menschen leben in Deutschland mit Demenz. Es handelt sich um eine Erkrankung, die besonders tückisch ist und für die es keine Heilung gibt. Die Auswirkungen sind in sämtlichen Lebensbereichen spürbar. Ärzte können Betroffene lediglich unterstützen und auch Angehörige beraten, die sich um Demenzkranke kümmern.
Eine neue Studie aus den USA hat sich insbesondere mit frühen Anzeichen und den finanziellen Auswirkungen auseinandergesetzt. Tatsächlich kann ein frühes Anzeichen für eine Demenzerkrankung auf dem Bankkonto sichtbar werden. Die Experten der New Yorker Federal Reserve haben Kreditauskunfts- und Medicare-Daten unter die Lupe genommen, um genauere Details nennen zu können.

Demenz und kognitive Einschränkungen: Finanzielle Angewohnheiten können bei der Früherkennung helfen
„Die schädlichen finanziellen Auswirkungen von nicht diagnostizierten Gedächtnisstörungen verschärfen den ohnehin schon erheblichen finanziellen Druck, dem Haushalte bei der Diagnose ausgesetzt sind“, heißt es. Denn natürlich betreffen die Gedächtnisstörungen auch den Umgang mit Geld und die Erinnerung an Zahlungsaufforderungen und andere Verpflichtungen. Marcey Tidwell sprach als Angehöriger einer Demenzkranken gegenüber CNN über die Ergebnisse der Studie und erklärte, dass er bei seiner Mutter deutliche Veränderungen feststellen konnte. Zuvor soll sie sehr ordentlich gewesen sein und sämtliche Rechnungen aufbewahrt haben. Doch plötzlich entstand ein Chaos in den Unterlagen.
Studie zeigt positiven Effekt: Dieses Lebensmittel kann das Demenzrisiko senken
„Es gab eine Menge durchgestrichener Einträge, und sie fügte obsessiv immer wieder etwas hinzu – sie wusste, dass etwas nicht stimmte. Später sah ich, dass sie große Summen von ihren Ersparnissen abgehoben hatte, mehr als sie für Lebensmittel brauchte“, berichtet Tidwell. Eine weitere Studie unter der Leitung von Professor John Gathergood von der University of Nottingham ergab ebenfalls, dass alltägliche Finanzgewohnheiten ein Anzeichen für Demenz oder kognitiven Verfall darstellen können. „Diese Muster liefern den ersten groß angelegten Beweis dafür, dass Verhaltensdaten von Finanzinstituten das frühe Auftreten kognitiver Beeinträchtigungen aufzeigen können.“ Die Ergebnisse sollen bei der Früherkennung helfen, die Betreuung Betroffener verbessern und sie vor Pfändungen schützen.
