Immer häufiger erkranken auch junge Menschen an Krebs. Die Fälle haben bei den unter 50-Jährigen deutlich zugenommen. Insbesondere Darmkrebs tritt gehäuft auf. Forscher versuchen herauszufinden, welche Ursachen für diese Entwicklung verantwortlich sind. In einer neuen Studie wurden erste Hinweise veröffentlicht.
Prof. Montserrat Garcia-Closas vom Institute of Cancer Research in London und ihr Team erklärten, dass mehrere Faktoren zum Anstieg der Fälle geführt haben müssen. Von 2001 bis 2019 wurden die Daten zu verschiedenen Krebsarten bei jungen Menschen in England ausgewertet. Bisher galten insbesondere das Rauchen, der Alkoholkonsum und das Verzehren von rotem Fleisch als Risikofaktoren.

Darmkrebs-Fälle nehmen zu: Neue Studie beleuchtet Ursachen und Risiken
Die Forscher konzentrierten sich diesmal allerdings auch auf den BMI und Bewegungsmangel. Im Rahmen der Studie wurde ein Zusammenhang zwischen Adipositas und Krebserkrankungen hergestellt. Immer wieder wird beispielsweise davor gewarnt, dass hochverarbeitete Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke die Gesundheit massiv belasten und sogar Darmkrebs begünstigen können. Neben Darmkrebs tauchten auch Brustkrebs, Nierenkrebs und Leberkrebs bei jungen Menschen in der untersuchten Zeit häufiger auf.
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Fälle von Darmkrebs und Eierstockkrebs nahmen nur bei den unter 50-Jährigen zu. Bei der älteren Generation kam es sogar teilweise seltener zu Erkrankungen. Das Ergebnis zeigt, dass Übergewicht eine entscheidende Rolle bei den Betroffenen spielt. 5 bis 37 Prozent der Fälle konnten je nach Krebsart auf Adipositas zurückgeführt werden. Doch es handelt sich nicht um die alleinige Ursache. Auch die Veränderung der Darmflora, die besagten hochverarbeiteten Lebensmittel, Umweltfaktoren und medikamentöse Einflüsse können eine Rolle spielen. Die Forschungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Es gibt noch immer zu viele Mechanismen, die nicht vollständig geklärt werden konnten.

