Beim Cushing-Syndrom handelt es sich um eine seltene Krankheit, von der insbesondere Frauen betroffen sind. In Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund 4 von 100.000 Menschen an der Erkrankung, bei der der Cortisolspiegel im Körper dauerhaft erhöht ist. Die Erkrankung kann völlig unterschiedliche Ursachen haben.
Eine junge Frau warnte kürzlich in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vor ihren Symptomen, die auf einen Tumor zurückzuführen waren. Häufig gilt ein Tumor der Hirnanhangdrüse als Ursache für das Cushing-Syndrom. In rund 80 Prozent der Fälle steckt ein solcher gutartiger Tumor dahinter. Dieser produziert ACTH und regt die Nebennieren dazu an, immer mehr Cortisol auszuschütten. Doch es kann auch ein bösartiges Nebennierenrindenkarzinom dahinterstecken.

Das Cushing-Syndrom kann von einem gutartigen oder bösartigen Tumor ausgelöst werden
„Die große Mehrzahl der Cushing-Erkrankungen wird durch einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse ausgelöst, der eine Überproduktion des Hormons ACTH zur Folge hat“,erklären die Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Bei Denise wurde der Tumor jedoch an der Nebenniere entdeckt. Doch es dauerte lange, bis ihre Symptome richtig gedeutet wurden. Deshalb möchte sie nun andere Menschen aufklären. Ihre Diagnose erhielt sie schließlich im Alter von 27 Jahren. „Ich wusste, dass etwas nicht stimmt“, sagt Denise, die jedoch zuerst von ihrem Hausarzt nicht ernst genommen wurde.
Diese Symptome verursacht das Cushing-Syndrom:
- Plötzliche und unbeabsichtigte Gewichtszunahme (insbesondere an Rumpf, Bauch und Nacken mit dünnen Gliedmaßen).
- Hoher Blutdruck.
- Ein Vollmondgesicht.
- Neigung zu blauen Flecken und rötlich-violetten Dehnungsstreifen.
- Muskelschwäche.
- Erhöhte Blutzuckerwerte.
- Stimmungsschwankungen, Unruhe Depressionen und Schlafstörungen.
- Zyklus- und Potenzstörungen.
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Eigentlich war sie sportlich und schlank, doch plötzlich nahm die junge Frau unkontrolliert zu und ihr Blutdruck stieg an. Sie kümmerte sich schließlich selbst um eine Überweisung zum Kardiologen. Später wurde der Tumor entdeckt und operativ entfernt. „Wenn man seinem Arzt oder seiner Ärztin nicht vertraut, dann sollte man sich eine Zweitmeinung einholen und auf jeden Fall nicht aufgeben“, rät Denise heute. Denn oft kommt es in der Arztpraxis zum „Medical Gaslighting“, bei dem Beschwerden fälschlicherweise auf die Psyche geschoben werden. Zudem fallen Symptome bei Frauen teilweise völlig anders aus als bei Männern, wie zum Beispiel beim Herzinfarkt. Das führt dazu, dass die Erkrankungen gar nicht oder zu spät erkannt werden.
