Montage sind für viele ein eher unbeliebter Wochentag, da das für die meisten arbeitsfreie Wochenende dann zu Ende ist. Der sogenannte „Blue Monday“ soll dabei aber besonders deprimierend und traurig sein. Das Konzept geht auf den britischen Psychologen Dr. Cliff Arnall zurück, der anhand einer Formel berechnet hat, dass der dritte Januar des Jahres einen besonderen Tiefpunkt markiert.
Der Begriff „Blue Monday“ bezieht sich dabei auf das englische Wort für „Blau“. Damit ist jedoch nicht die Farbe gemeint, sondern vielmehr ihre emotionale Bedeutung, die oft mit Traurigkeit und Melancholie verbunden ist. Deshalb sagt man im Englischen auch „feeling blue“, wenn man ausdrücken möchte, dass man nicht einfach nur niedergeschlagen, sondern tieftraurig ist. Doch was steckt dahinter und wie glaubhaft ist die Theorie des „Blue Monday“?

Diese Faktoren sollen den „Blue Monday“ zum traurigsten Tag des Jahres machen
Die Formel gilt für allem für Menschen im europäischen Raum, denn dort kommen Mitte Januar tatsächlich mehrere Voraussetzungen zusammen. Dazu gehören in erster Linie die Witterungsbedingungen, aber auch einige organisatorische Details, die mit dem Jahreswechsel zu tun haben. Diese Faktoren führen Dr. Cliff Arnall zufolge zum „Blue Monday“:
- schlechtes Wetter
- mehr Rechnungen bei oft noch ausbleibendem Gehalt
- Weihnachtsfeiertage und Silvester sind vorbei
- sinkende Motivation
Das Wetter ist Mitte Januar oft eher kalt und trüb. Schlechtes Wetter – vor allem fehlender Sonnenschein – kann sich erwiesenermaßen negativ auf die Psyche auswirken, weil die Produktion von Serotonin gesenkt und die des Schlafhormons Melatonin erhöht wird. Zu Jahresbeginn müssen zudem potenziell mehr Rechnungen bezahlt werden, weil viele Veträge an das Kalenderjahr gekoppelt sind. Zudem sind die Feiertage und damit die für viele arbeitstätige Personen freie Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr vorbei. Viele starten darüber hinaus mit guten Vorsätzen ins neue Jahr, die zu Mitte des Monats Januar oft schon gebrochen wurden. Das führt zu sinkender Motivation – und in Kombinationen mit den anderen Faktoren zum „Blue Monday“.

Was man gegen das Stimmungstief im WInter tun kann
Die grundsätzliche Argumentation von Dr. Cliff Arnall klingt schlüssig, dennoch gibt es auch Expertinnen und Experten, die das Konzept des „Blue Monday“ anzweifeln. Einige sprechen sogar von einem PR-Stunt der Reisebranche, um die Urlaubsbuchungen anzukurbeln. Aber unabhängig davon, ob man von einem Mythos ausgeht oder nicht, ist der sogenannte „Winterblues“ durchaus real, genauso wie die gesteigerte Form der Winterdepression, wie Prof. Udo Dannlowski, Leiter der Sektion für Transitionspsychiatrie in der Klinik für Psychische Gesundheit am UKM, erklärt.
„Besonders der geringe Lichteinfall im Herbst und Winter hat Einfluss auf Patientinnen und Patienten mit saisonalen depressiven Mustern“, erläutert der Experte. Dazu komme, dass Menschen bei kalten und nassen Bedingungen auch weniger Zeit an der frischen Luft verbringen würden. Dabei sei ausreichend Bewegung wichtig, um Körper und Seele zu stärken. Wer also gegen den „Blue Monday“ oder den „Winterblues“ etwas tun möchte, sollte am besten körperlich aktiv werden. Zudem kann es helfen, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen und sich aktiv neue Perspektiven zu schaffen wie etwa durch ein neues Hobby.
