Kinder als „Sinnfluencer“: Experten warnen vor Risiken bei neuem Trend

Immer häufiger sieht man Kinder als sogenannte „Sinnfluencer“. Hinter dem informativen und niedlichen Content stecken aber gleich mehrere Probleme.
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Social Media ist schon lange ein riesiges Geschäft. Findige Content Creator können dort gut Geld verdienen, erfolgreiche Influencerinnen und Influencer von ihren Verdiensten sogar reich werden. Immer öfter kann man dabei beobachten, dass auch Kinder auf diese Weise in der Öffentlichkeit auftreten. Dabei sind sie vor allem im sogenannten „Sinnfluencer“-Bereich beliebt. Der Begriff bezeichnet Personen, deren gepostete Beiträge Informationen enthalten, die über reine Unterhaltung hinaus gehen, um ihre Followerinnen und Follower zu einem bewussteren Lebensstil zu inspirieren.

Das können etwa Themen wie Bildung, Ernährung oder Umweltschutz sein. Die Videos dieser kindlichen „Sinnfluencer“ sind sehr beliebt und auf den ersten Blick harmlos. Expertinnen und Experten warnen allerdings aus mehreren Gründen vor dem Trend, die sich vor allem um das Wohl der Kinder-Influencerinnen und Influencer dreht, die man auch „Kidfluencer“ nennt.

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Kindliche „Sinnfluencer“ können problematisch sein, den Kindern aber auch Vorteile bringen

Kinder sind auf Social Media einer potenziell riesigen Öffentlichkeit ausgesetzt. Das kann schnell enormen Druck auf die Kinder aufbauen, Risiken wie Cybermobbing noch gar nicht mit eingerechnet. Zudem ist das Risiko für Kinderarbeit und finanzielle Ausbeutung groß, ganz zu schweigen von eventuell verletzten Persönlichkeitsrechten. Gerade bei sehr jungen „Sinnfluencern“ stellt sich die Frage, ob sie die Folgen ihrer Social-Media-Tätigkeiten diesbezüglich schon abschätzen können.

Sara Flieder, Aktivistin für Kinderrechte und Social-Media-Expertin, warnt zudem, dass fehlende Privatsphäre für „Kidfluencer“ besonders gefährlich werden kann. „Man weiß einfach alles über diese Kinder“, erklärt die Expertin, in erster Linie in Bezug auf Material, das von den Eltern der Kinder gepostet wird. Dazu gehört das Aussehen, persönliche Probleme, eventuell auch, auf welche Schule sie gehen. Entsprechendes Bildmaterial könne unter Umständen auch auf Plattformen für Pädophile landen.

Zwar kann eine Tätigkeit als „Sinnfluencer“ auch Vorteile für Kinder bieten. So können sie beispielsweise schon früh lernen, kreative Inhalte zu vermitteln und verantwortungsbewusst mit ihrer Medienpräsenz umzugehen. Das kann auch langfristig die Medienkompetenz steigern. Allerdings ist es enorm wichtig, dass Eltern dabei darauf achten, die Persönlichkeitsrechte der Kinder zu schützen und klare Grenzen zu setzen. Besonders wichtig ist es auch, die persönlichen Grenzen des Kindes im Blick zu behalten.